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Fall Jacob Blake: Polizist wird nicht angeklagt

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Der Staatsanwalt in Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin hat entschieden, keine Anklage gegen den Polizisten zu erheben, der den Afroamerikaner Jacob Blake im August mit sieben Schüssen in den Rücken niederstreckte. Blake überlebte schwer verletzt, er ist seitdem gelähmt.

„Zu hören, was in Kenosha passiert ist, war nicht nur ein Tiefschlag für die Menschen dort, sondern für jeden schwarzen Menschen, der die Vorgänge verfolgt hat und jetzt das Ergebnis sieht", so Lebron James. Er und andere Basketballspieler übten nach dem Vorfall Druck auf die Führung der NBA aus, deutlicher gegen Rassismus Stellung zu beziehen.

Die Milwaukee Bucks waren aus Protest gegen das Vorgehen der Polizei in der Nachbarstadt zu einem Spiel nicht angetreten und forderten erneut ein Ende der Benachteiligung der schwarzen Bevölkerung.

Der Staatsanwalt begründete seinen Entschluss damit, dass der Polizist befürchtet habe, Blake werde ihn mit einem Messer angreifen, welches dieser bei sich hatte. Blakes Vater sagte, das könne nicht rechtfertigen, dass sieben Schüsse auf seinen Sohn abgegeben worden seien. Rassismus in der Justiz sei ein wiederkehrendes Problem, das aufhören müsse, hieß es seitens der Familie Blake. Blakes Anwalt warf der Justiz vor, nicht alle Bevölkerungsschichten gleich zu behandeln.

Laut Staatsanwalt verstrickte sich Blake bei der Anhörung in Widersprüche, er sei für eine mögliche Gerichtsverhandlung kein glaubwürdiger Zeuge.

Gegen Blake lag ein Haftbefehl vor, als die Polizei im August zum Tatort gerufen wurde. Die Beamten waren über den Haftbefehl auf dem Laufenden. Nach Angaben der Polizei wurde gegen Blake zunächst ein Elektroschocker eingesetzt, dieser habe das Messer in Richtung der Einsatzkräfte gehalten.

In Folge des Vorfalls in Kenosha war es in der Stadt zu schweren Unruhen gekommen.