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Australian Open um jeden Preis: Zwangsquarantäne treibt bunte Blüten

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Archivbild des Centre Court in Melbourne
Archivbild des Centre Court in Melbourne   -   Copyright  AP Photo
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Der australische Staat Victoria scheut weder Kosten noch Mühen, um die Australian Open trotz der Corona-Pandemie über die Bühne zu bringen.

Und die Tennisprofis ziehen mit, obwohl ihr Aufenthalt in Melbourne zusehends bizarre Züge trägt.

Zwei Wochen Selbstisolation im Hotelzimmer müssen diejenigen Spielerinnen und Spieler absolvieren, auf deren Charterflügen Passagiere positiv auf das Coronavirus getestet worden sind.

Und das sind nicht wenige. Über 70 Profis gelten bereits als Kontaktpersonen und sind strikt abgeschottet. Darunter Belinda Bencic, die sich auf Twitter tapfer nur über den "falschen Belag" in ihrem Zimmer beklagte.

Lauter werdenden Forderungen des Weltranglistenersten Novak Djokovic und anderer Profis nach einer Lockerung der Auflagen erteilten die Behörden umgehend eine Absage:

Der Regierungschef von Victoria, Daniel Andrews, sagte auf einer Pressekonferenz:"Ich weiß, dass es von einigen Spielern ein bisschen Gerede über die Regeln gegeben hat. Nun, sie wurden alle darüber informiert, bevor sie kamen, und das war die Bedingung, unter der sie kamen. Es gibt hier also keine Vorzugsbehandlung, denn das Virus behandelt einen auch nicht besonders, also tun wir das auch nicht."

Das galt auch für die Kielerin Angelique Kerber, die ihren 33. Geburtstag allein auf dem Zimmer begehen musste. Auf ihrem Flug von Abu Dhabi nach Australien war eine Person positiv getestet worden. Auch Kerbers Trainer und ihr Physiotherapeut mussten in Quarantäne und durften sie nicht auf dem Zimmer besuchen.

Wer nicht als Kontaktperson gilt, darf fünf Stunden pro Tag abgeschottet, aber regulär draußen trainieren. Die Australian Open sollen am 8. Februar beginnen und dauern zwei Wochen. Sie sind das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres.

Glück im Unglück hat die Tunesierin Ons Jabeur, die ihre Quarantäne immerhin mit Trainer, aber wenig Spielraum absolviert. Sie belegt aktuell Weltranglistenplatz 30. So weit oben stand noch nie eine nordafrikanische Spielerin.