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"Weil ich meine Freiheit mag": Junge Corona-Flüchter in Schweden

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Von Anja Bencze mit EBU / SVT
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Junge Touristen in einem Stockholmer Hotel
Junge Touristen in einem Stockholmer Hotel   -   Copyright  EBU / SVT
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Nicht nur Schwedens Reisebusse stehen still, auch der Fährbetrieb ist stark eingeschränkt. Statt vergnügungsfreudiger Touristen werden derzeit hauptsächlich Güter über die Ostsee geschippert.

In dem Land, das lange einen anderen, entspannteren Kurs in der Coronakrise fuhr, hat die Tourismusbranche schwer zu knapsen.

Im Sommer stand Schweden bei vielen europäischen Nachbarn auf der Risikoliste, auch danach machten sich ausländische Besucher rar. Nun befürchten viele Hotels den Bankrott. Der Umsatz ist 2020 um zwei Drittel eingebrochen, erklärt Thomas Jakobsson vom Reiseführerverband Visita.

"Alles geht im Moment den Bach runter. Wir haben eine Welle von Insolvenzen erlebt, besonders zu Beginn der Krise, und jetzt erwarten wir leider, dass es noch viel schneller bergab geht."

Aber dennoch gibt es ein paar unerschütterliche Besucher. Vor allem junge Europäer lockt es in die Hostels der schwedischen Metropole - um der Pandemie anderswo zu entrinnen.

Kauri Maher kommt aus Irland und sagt ganz klar: "Ich bin in Schweden, weil ich meine Freiheit mag. Ich mag es, ins Fitnessstudio gehen zu können, und ich mag es, mich mehr als fünf Kilometer vom Haus zu entfernen. Und ich gehe gern einen trinken."

Die Französin Jade Delpy kam fürs Studium nach Stockholm und genießt die größere Freiheit. "Es gibt auch Leute, die hierher gekommen sind, weil sie Homeoffice machen können. Sie arbeiten weiter in Frankreich und können gleichzeitig ein normaleres und freieres Leben in Schweden führen."

Allerdings hat sich der Spielraum für Corona-Flüchter auch in Schweden seit Beginn des Jahrs eingeschränkt. Noch in dieser Woche soll über eine Verlängerung der geltenden Maßnahmen entschieden werden.