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Urlaub auf den Kanaren: Schwedischer Krisenmanager muss gehen

Dan Eliasson
Dan Eliasson Copyright AP Photo
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Von Euronews mit afp
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Der Skandal schwelte bereits seit dem 30. Dezember, nachdem die Boulevardzeitung "Expressen" ein Foto von Dan Eliasson am Flughafen von Las Palmas veröffentlicht hatte.

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Auf diesen Skandal hätte der schwedische Corona-Krisenstab lieber verzichtet: Dan Eliasson, Leiter der schwedischen Katastrophenschutzbehörde MSB, der allen Schweden zu Weihnachten dringend von Reisen abriet, machte selbst über die Feiertage Urlaub auf Gran Canaria - und wurde dabei gesichtet.

Konsequenz: Der hochrangige Beamter hat seinen Rücktritt eingereicht.

Der Skandal schwelte bereits seit dem 30. Dezember, nachdem die Boulevardzeitung" Expressen" ein Foto von Dan Eliasson am Flughafen von Las Palmas veröffentlicht hatte.

Eliasson, dessen Agentur an der Bewältigung der Covid-19-Krise in Schweden beteiligt ist, verteidigte sich zunächst mit der Erklärung, dass er während der Pandemie auf viele Reisen verzichtet habe, diese aber "notwendig" gewesen. Eine seiner Töchter lebe auf Gran Canaria. Er habe Weihnachten mit ihr und seiner Familie gefeiert. Nebenbei habe er "aus der Ferne gearbeitet".

"Das Wichtigste bin nicht ich als Person"

Diese Worte reichten jedoch nicht aus, um den Shitstorm, der inzwischen in den sozialen Netzwerken entbrannt war, zu glätten. Mehrere Oppositionspolitiker forderten seinen Rücktritt.

Am Mittwoch entschied Eliasson schließlich, dass er sein Amt nicht weiter ausüben könne.

"Das Wichtigste bin nicht ich als Person. Wichtig ist, wie wir als Gesellschaft mit der Pandemie umgehen und dass alle Aufmerksamkeit auf diese unglaublich wichtige Aufgabe gerichtet ist. Deshalb habe ich heute (Mittwoch) darum gebeten, meine Position zu ändern und zurückzutreten", sagte er in einer Erklärung.

Hochrangige Politiker gingen shoppen

Während Schweden lange eine lockere Corona-Strategie verfolgte, die hauptsächlich auf Empfehlungen basierte, haben die Behörden inzwischen auf einen schärferen Kurs umgeschwenkt, mit der dringenden Aufforderungen an alle Schweden, Verantwortung zu übernehmen.

Eine Botschaft, die offenbar noch andere hochrangige Vertreter über die Feiertage nicht ganz so ernst nahmen - angefangen mit Regierungschef Stefan Löfven, der mehrmals beim Einkaufen in Stockholm gesichtet wurde.

Auch Justizministerin Morgan Johansson machte Weihnachtsshopping. Dabei galt die Parole, Geschäfte, Einkaufszentren und öffentliche Verkehrsmittel zu meiden, wenn der Andrang groß sei.

Finanzministerin Magdalena Andersson schließlich wurde kurz vor Weihnachten beim Skiverleih in einem beliebten schwedischen Skigebiet fotografiert.

Achtung, neues Pandemiegesetz!

Politiker und Bevölkerung müssen sich ab sofort auf schärfere Maßnahmen einstellen. Nach der Verabschiedung eines Pandemiegesetzes durch das Parlament in Stockholm hat die schwedische Regierung verbindliche Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus ergriffen.

Unter anderem für Fitnessstudios, Sportanlagen, Schwimmbäder, Geschäfte und Einkaufspassagen gelten ab Sonntag Beschränkungen, die rechtlich bindend seien, sagte Ministerpräsident Stefan Löfven am Freitagnachmittag auf einer Pressekonferenz in Stockholm. Diese Regeln sollten dafür sorgen, dass Gedränge vermieden werde.

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