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Totalschaden durch Corona: Kultursektor verliert 199 Mrd. Euro

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Von Anja Bencze mit DPA
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Wandbild in Athen
Wandbild in Athen   -   Copyright  AP Photo/Petros Giannakouris
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Geschlossene Theater, Kinos und Museen - kein anderer Wirtschaftsbereich wurde so hart getroffen von der Coronakrise wie die europäische Kulturindustrie, dabei zählte sie vor der Krise zu den wirtschaftlichen Schwergewichten der EU.

Zu dieser Bilanz, Schwarz auf weiß, kommt eine Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young. Der Gesamtumsatz der Kreativwirtschaft brach EY zufolge von 643 Milliarden im Jahr 2019 auf 444 Milliarden Euro ein.

Das entspricht einem Umsatzverlust von 31 %, im Vergleich dazu verloren Tourismus und Automobilindustrie -27 % bzw. -25 %.

199 Milliarden Euro an Einnahmen entgangen

Zu dieser Bilanz, Schwarz auf weiß, kommt eine Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young. Enorme Investitionen seien nötig, um der der Branche auf die Beine zu helfen, so der Leiter der Studie, Marc Lhermite.

"35 Prozent der Einnahmen, vor allem im Bereich der Autorenrechte, sind durch Schließungen, durch Verzögerungen in der Produktion verloren gegangen. Und dieser Effekt, diese wirtschaftliche Konsequenz wird 2021 / 2022 anhalten.

Das bedeutet, dass es unmöglich wird zu investieren, sei in in kreative Werke oder Innovationen. Es trifft Selbständige, kleine Unternehmen und natürlich die Künstler, Freischaffende. Die Fähigkeit zu kreieren und davon zu leben, wird in dem nächsten Jahren stark reduziert."

Insgesamt entgingen der Kultur- und Kreativbranche im Pandemiejahr 199 Milliarden Euro an Einnahmen. Am stärksten betroffen war der im Bereich Bühnenkunst mit 90 Prozent weniger Einnahmen, gefolgt von der Musik mit 76 Prozent. Die bildende Kunst musste einen Umsatzeinbruch von 38 Prozent verkraften.

Fazit der Wirtschaftsexperten: Mit 2% des EU-BIP und 7,5 Millionen Beschäftigten sei Kultur nicht "ein weiterer Sektor, der gerettet werden muss", sondern ein wesentlicher Teil der Lösung für den wirtschaftlichen Wiederaufbau in Europa.

Die Studie wurde in allen 27 EU-Ländern plus Großbritannien durchgeführt.