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Russischer Corona-Impfstoff Sputnik V zu 91,6% wirksam

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Von Euronews mit AFP
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Ein medizinischer Mitarbeiter bereitet eine Impfung mit dem russischen Coronavirus-Impfstoff Sputnik V in Moskau vor, 30.12.2020
Ein medizinischer Mitarbeiter bereitet eine Impfung mit dem russischen Coronavirus-Impfstoff Sputnik V in Moskau vor, 30.12.2020   -   Copyright  Pavel Golovkin/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Der russische Corona-Impfstoff Sputnik V ist laut der Fachzeitschrift The Lancet zu 91,6 % wirksam gegen COVID-19.

Die Studie, an der im vergangenen Herbst rund 20.000 Menschen in Russland teilnahmen, kam zu dem Ergebnis, dass der Impfstoff eine über 90%ige Wirksamkeit aufweist, das heißt, dass in der Gruppe der Geimpften 91,6 Prozent weniger Erkrankungen pro 100 Probanden auftraten als in der Kontrollgruppe mit einem Placebo-Impfstoff. Sputnik V hätte damit eine ähnlich hohe Wirksamkeit wie die bereits in der EU zugelassenen Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna. Der russische Impfstoff verhindert offenbar auch, dass infizierte Menschen ernsthaft an COVID-19 erkranken.

Skepsis wegen Tempo und mangelnder Transparenz

Russland hatte als eines der ersten Länder weltweit seinen Impfstoff Sputnik V zugelassen, noch bevor die klinischen Studien der Phase III abgeschlossen waren. Dieses international unübliche Vorgehen war von vielen Forschern weltweit kritisiert worden. Doch nicht nur das Tempo, mit dem der russische Impfstoff entwickelt worden war, sondern auch die mangelnde Transparenz bezüglich der verfügbaren Daten wurden mit Skepsis beäugt.

"[...] das hier präsentierte Ergebnis ist eindeutig", erklärten die britischen Wissenschaftler Ian Jones und Polly Roy von der London School of Hygiene & Tropical Medicine in einem die Studie begleitenden Bericht. "Ein weiterer Impfstoff kann sich nun dem gemeinsamen Bemühen anschließen, die Inzidenz von COVID-19 zu reduzieren."

Sputnik V schon in mehreren Ländern im Einsatz

Weltweit verimpfen bereites mehrere Länder Sputnik V, darunter Belarus, Venezuela, Argentinien, Bolivien und Algerien. Auch in Serbien kommt der russische Impfstoff bereits zum Einsatz. Innerhalb der EU hatte Ungarn im Alleingang zwei Millionen Dosen des Impfstoffs gesichert.

Im Januar hatte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ihre Unterstützung bei der Produktion von Sputnik V in Europa angeboten, allerdings ist dafür eine Zulassung des Impfstoffs von Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) nötig.