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Iranischer Geistlicher: "Covid-Vakzin macht schwul", Behörden empört

Impfungen im Iran
Impfungen im Iran   -   Copyright  Vahid Salemi/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Ein Kleriker im Iran rät von Impfungen gegen das Coronavirus ab und sagt, der Impfstoff würde die Menschen homosexuell machen. Die iranischen Behörden gehen jetzt juristisch gegen den Mann vor.

"Das sind nicht nur abergläubische und blödsinnige Ansichten, sondern auch eine illegale Einmischung in die gesundheitspolitischen Angelegenheiten des Landes", sagte Presseleiter Kianusch Dschahanpur laut Medienberichten. Diese Art von Stimmungsmache dürfe nicht ohne juristische Konsequenzen bleiben.

Der 68 Jahre alte Geistliche Abbas Tabrisian ist im Iran nicht nur als "islamischer Medizinmann", sondern auch als Verschwörungstheoretiker bekannt. Er lehnt die moderne Medizin strikt ab und bezeichnet sie als "ein Projekt der Zionisten, Amerikaner und des Imperialismus" gegen Muslime.

Kamel-Urin und Honig-Bandagen statt Impfung

Abbas Tabrisian glaubt auch, dass viele Krankheiten durch einfaches Beten und ohne Ärzte und Medizin geheilt werden können. Zu seinen bevorzugten Heilmethoden gehören Kamelurin und Honig-Bandagen.

Auf seinem Kanal in der Messenger App Telegram propagiert der Kleriker außerdem, dass die Impfstoffe zu einer Reduzierung des islamischen Glaubens führen und homosexuelle Neigungen auslösen. Im Islam - und somit auch im Iran - gilt Homosexualität als eine "krankhafte Perversion", die hart bestraft werden kann.

Das Gesundheitsministerium reagierte empört und auch besorgt. Besonders bei dieser lebensgefährlichen Pandemie sollten Kleriker nicht im Namen der Religion mit Menschenleben spielen, so das Ministerium.

In den vergangenen zwölf Monaten wurden im Iran im Zusammenhang mit dem Virus mehr als 58.000 Todesfälle und mehr als 1,4 Millionen Infektionen erfasst. Trotz strenger Lockdowns werden weiterhin bis zu 70 Corona-Tote und 7.000 Neuinfektionen pro Tag registriert.