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Klassik, Latin, Fusion: Jazz-Legende Chick Corea (†79) konnte alles

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Jazz-Legende Chick Corea, Juli 2013
Jazz-Legende Chick Corea, Juli 2013   -   Copyright  RAFA RIVAS/AFP or licensors
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Seine Finger schwebten federleicht über die Tasten, seine Konzerte verlängerte er manchmal um mehrstündige Soli. Nun ist der große US-Jazzpianist Chick Corea im Alter von 79 Jahren gestorben.

Der 23-fache Grammy-Gewinner begeisterte durch seine große Bandbreite - von klassischer Musik, über Solo-Originale und Latin Jazz bis hin zu Jazzrock, als dessen Mitbegründer er gilt.

Corea erlag bereits am Dienstag mit 79 Jahren einer seltenen Krebs-Erkrankung, hieß es in einer Stellungnahme aus seinem Umfeld.

Darin wurde auch eine letzte Botschaft Coreas übermittelt: "Ich möchte all jenen danken, die mir auf meinem Weg geholfen haben, das Feuer der Musik hell brennen zu lassen", heißt es in der Nachricht des Pianisten auf Facebook.

"Es ist meine Hoffnung, dass diejenigen, die spielen, schreiben, auftreten können, dies tun. Wenn nicht für sich selbst, dann für den Rest von uns. Es ist nicht nur so, dass die Welt mehr Künstler braucht, es macht auch einfach Spaß."
Chick Corea
Jazz-Pianist

Meister der Fusion

Corea galt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Jazzpianisten und -komponisten. Er spielte in jungen Jahren mit Saxofonlegende Stan Getz und Dizzy Gillespie zusammen.

Beeinflusst wurde er sowohl von Herbie Hancock und Thelonious Monk als auch von lateinamerikanischen Rhythmen. Star-Trompeter Miles Davis erkannte Coreas Talent und nahm ihn statt Hancock mit auf Tour - mit dem Corea später allerdings auch noch auf eine Welttournee gehen sollte.

Corea machte immer wieder Ausflüge in andere Genres, etwa mit dem brasilianisch angehauchten Album "Light as a Feather", Flamenco-Klängen auf dem Album "My Spanish Heart" oder seinem rockigen Elektro-Jazz der 80er und 90er Jahre.

Nicht umsonst taufte er sein 1992 gegründetes Label "Stretch Records", das Grenzen dehnen und Kreativität anstelle von Genres stellen sollte.

Wie verbunden er der Musik war, zeigte sich auch daran, dass er nach einem gelungenen Konzert oft stundenlang allein weiterspielte.

Umstritten war Chick Corea , weil er sich offen zur Scientology bekannte, die in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet wird.