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Beleidigung oder Meinungsfreiheit? Rapper Pablo Hasél geht für 9 Monate ins Gefängnis

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Beleidigung oder Meinungsfreiheit? Rapper Pablo Hasél geht für 9 Monate ins Gefängnis
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Studenten einer katalanischen Universität demonstrieren für den Rapper Pablo Hasél. Der Musiker hatte sich in einem Universitätsgebäude verbarrikadiert, bevor ihn die Polizei am Dienstagmorgen verhaftete.

Bis Freitag hatte Pablo Hasél Zeit, sich den Behörden zu stellen. Er ist zu neun Monaten Gefängnis verurteilt - wegen Majestätsbeleidigung und Gewaltverherrlichung in seinen Song-Texten.

Die heutigen Ereignisse sind ein Aufruf, Solidarität zu organisieren und auf die Straße zu tragen und zu protestieren.
Rapper Pablo Hasél

Pablo Hasél: "Es gibt eine Menge Solidarität von Menschen, die verstehen, dass das nicht nur ein Angriff gegen mich ist, sondern auch gegen unsere grundlegenden demokratischen Freiheiten. Freiheiten, die ständig vom Staat unterdrückt werden. Wenn wir mit Aggressionen gegen uns konfrontiert werden, müssen wir eine kollektive Antwort geben, anstatt ruhig zuzuschauen. Die heutigen Ereignisse sind ein Aufruf, Solidarität zu organisieren und auf die Straße zu tragen und zu protestieren, um diesen Missbrauch zu stoppen."

Der 32-jährige Polit-Rapper bezeichnet den ehemaligen König Juan Carlos, gegen den wegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung ermittelt wird, in seinen Liedern als Dieb und Parasit. In seinen Tweets behauptet er, die Polizei würde Demonstranten und Migranten foltern und töten.

Pablo Hasél spricht von künstlerischer Meinungsfreiheit. Und er hat viele auf seiner Seite. Mehr als 200 Künstler, darunter Filmregisseur Pedro Almodóvar und Hollywood-Star Javier Bardem, haben eine Petition gegen seine Inhaftierung unterzeichnet. Die Unterstützer vergleichen Spanien in ihrer Petition mit Ländern wie der Türkei oder Marokko.

Pablo Hasél ist nicht der erste Rapper, der mit dem spanischen Gesetz in Konflikt geraten ist. 2018 wurde Rap-Musiker Valtònyc zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Aber er floh nach Belgien, wo ein Gericht entschied, ihn nicht auszuliefern.

Die spanische Regierung plant jetzt, das Gesetz zu reformieren und das Strafmaß für Beleidigugen im künstlerischen Bereich zu reduzieren.