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Myanmar: Neue Klage gegen Aung San Suu Kyi - ihr drohen 3 Jahre Haft

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Myanmar: Neue Klage gegen Aung San Suu Kyi - ihr drohen 3 Jahre Haft
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Gegen die ermachtete und inhaftierte Regierungschefin Aung San Suu Kyi ist während einer richterlichen Anhörung ein neuer Vorwurf erhoben worden. Sie soll gegen Covid-19-Vorschriften verstoßen haben.

Ihre Unterstützer waren überrascht, die Anhörung wurde unangekündigt 24 Stunden vorgezogen. Suu Kyi sei am Dienstag per Videotelefonat von einem Richter angehört worden, sagte ihr Verteidiger Khin Maung Zaw.

Aung San Suu Kyi ohne anwaltliche Vertretung

Nach dem Umsturz vor rund zwei Wochen waren der 75-Jährigen bereits Verstöße gegen die Außenhandelsgesetze des Landes vorgeworfen worden. Speziell geht es um den Import von Funkgeräten, die bei einer Hausdurchsuchung gefunden worden sein sollen. Berichten zufolge drohen ihr allein deswegen drei Jahre Haft.

Ihr Anwalt durfte sie dabei nach eigenen Angaben nicht vertreten. Auch konnte er seine Mandantin bislang nicht treffen. Eine weitere Anhörung sei für den 1. März angesetzt worden.

Der UN-Menschenrechtsrat und mehrere Länder fordern die sofortige Freilassung der Friedensnobelpreisträgerin. US-Präsident Joe Biden hatte in der vergangenen Woche Sanktionen gegen die Generäle und mit ihnen verbundene Unternehmen angekündigt.

Generäle: "Es war kein Putsch"

Die Militärjunta hat inzwischen die erste Pressekonferenz seit ihrer Machtergreifung am ersten Februar abgehalten. Die Generäle bestritten, dass es sich um einen Putsch gehandelt habe sagten, dass es Aung San Suu Kyi gut gehe.

Der Brigade-General und Vizeminister für Information, Zaw Min Tun: "Wir halten Aung San Suu Kyi und Win Myint zu ihrer Sicherheit an einem sichereren Ort fest. Sie sind bei guter Gesundheit. Es ist nicht so, dass sie verhaftet sind. Sie halten sich in ihren Häusern auf. Wir werden in Übereinstimmung mit dem Gesetz vorgehen. Ich möchte sagen, dass wir uns nicht über das Gesetz hinwegsetzen."

Buddhistische Mönche beteiligen sich an Protesten

In Rangun marschierten buddhistische Mönche in safranfarbenen Gewändern gemeinsam mit den Demonstranten durch die Straßen - unter dem Beifall von Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt.

Die Beteiligung von Mönchen kann Beobachtern zufolge dazu beitragen, der Protestbewegung moralische Autorität zu verleihen, in einem Land, in dem die überwiegende Mehrheit Buddhisten sind.