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Regierungschef Paschinjan lehnt Rücktritt ab: "Das ist ein Putschversuch"

Von Euronews mit AP, dpa
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Bei zwei getrennten Kundgebungen in Eriwan versammelten sich jeweils Zehntausende von Anhängern und Gegnern Paschinjans
Bei zwei getrennten Kundgebungen in Eriwan versammelten sich jeweils Zehntausende von Anhängern und Gegnern Paschinjans   -   Copyright  Stepan Poghosyan/PHOTOLURE
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In Armenien überschlagen sich die Ereignisse und die Sorge vor einer Eskalation des innenpolitischen Konflikts wächst auch international.

Rücktrittsforderungen seitens des Militärs und der größten Oppositionspartei "Blühendes Armenien" begegnete Regierungschef Nikol Paschinjan mit einer Flucht nach vorn.

Per Megafon und kurz darauf auch vor TV-Kameras wandte sich Paschinjan an Zehntausende Unterstützer und Unterstützerinnen in der Haupstadt Eriwan: "Einige Leute wollen die Armee in verfassungswidrige Prozesse hineinziehen. Das ist ein Putschversuch, aber das Volk wird einen Militärputsch in Armenien nicht zulassen."

Oppositionsforderungen verhallen - noch

Zeitgleich versammelten sich in Eriwan auch Zehntausende Anhängerinnen und Anhänger der Opposition, um den Druck auf Paschinjan zu verstärken. Der schloss sowohl einen Rücktritt als auch einen Gang ins Exil aus.

Rückendeckung gab es für Paschinjan in Istanbul vom türkischen Außenminister Mevlut Cavusoglu: 'Wir sind absolut gegen Putsche oder Putschversuche, wo auch immer in der Welt. Deshalb verurteilen wir diesen Putschversuch in Armenien aufs Schärfste. Natürlich können in Demokratien die Bürger und das Volk die Regierung kritisieren und sogar ihren Rücktritt fordern. Das sind natürliche Dinge, aber es ist inakzeptabel, dass Soldaten den Rücktritt einer gewählten Regierung fordern, geschweige denn zu einem Putsch aufrufen."

Gebietsverluste treffen viele Armenier immer noch ins Mark

Die Opposition und die Armee machen Paschinjan bereits seit mehreren Monaten für die militärische Niederlage gegen Aserbaidschan im Konflikt um Bergkarabach verantwortlich. Seitdem kam es in Armenien wiederholt zu regierungskritischen Protesten und Rücktrittsforderungen an Paschinjan. Das Friedensabkommen für die Region beinhaltete Gebietsverluste für Armenien, die viele Armenier und Armenierinnen nach wie vor nicht hinnehmen wollen.