Auszug aus Bergkarabach: Bauern treiben ihr Vieh nach Armenien

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Copyright Кадр из репортажа AFP
Von Euronews
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Auszug aus Bergkarabach: Bauern treiben ihr Vieh nach Armenien

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Durch den Latschin-Korridor führt die einzige verbliebene Straße, die die Konfliktregion Bergkarabach jetzt noch mit Armenien verbindet. Russische Friedenstruppen sichern die 55 Kilometer lange Strecke ab.

Bauer Artashes Nazaryan ist auf dem Weg nach Armenien. Der 37-Jährige aus Qirsavan transportiert junge Tiere in seinem PWK, die für den langen Weg zu schwach sind: "Ich habe Kälber im Auto, eine Decke und Matratzen. Wir werden auf dem Weg schlafen, damit wir Goris erreichen können. Wir haben das Heu und alles hinter uns gelassen, vielleicht kann ein anderer Wagen uns den Rest bringen."

AFP
Bauer Artashes Nazaryan transportiert zwei Kälber in seinem AutoAFP

Bewohner aus dem Dorf Qirsavan treiben ihre Rinderherde Richtung Armenische Grenze. 

Das von Russland vermittelte Friedensabkommen nach wochenlangen schweren Kämpfen sieht die Rückgabe von sieben Distrikten an Aserbaidschan vor, die bislang von Armenien kontrolliert wurden. Darunter auch den Distrikt Latchin (Berdzor auf armenisch) und umliegende Dörfer wie Qirsavan (oder auch Qarega).

Die Landwirtin Asya Petrosyan sagt: "Wir haben in Qirsavan gelebt, aber weil es jetzt an die Türken fällt, verlassen wir das Dorf. Wir bringen das Vieh nach Goris. Das ist unser Leben."

Mit den Türken meint die Landwirtin Aserbaidschaner. Das Land hat den Konflikt durch massive militärische Unterstützung der Türkei gewinnen können.

Die Region Berg-Karabach im Südkaukasus ist seit Jahrzehnten zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan immer wieder schwer umkämpft. In dem neuen Krieg, der am 27. September begonnen hatte und bis zum 9. November dauerte, holte sich das islamisch geprägte Aserbaidschan weite Teile des Anfang der 1990er verlorenen Gebiets zurück. Russland gilt als Schutzmacht Armeniens.

Das, was im Rahmen des Friedensabkommens am 9. November vereinbart wurde, wird das Leben vieler Menschen in Bergkarabach grundlegend ändern.

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