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Glamour trotz Corona: virtuelle Golden Globes Verleihung

Von Julika Herzog mit dpa
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Glamour trotz Corona: virtuelle Golden Globes Verleihung
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Es sind die wichtigsten Filmpreise der USA neben den Oscars: Die Golden Globes. Wegen der Corona-Pandemie lief die Gala diesmal weitgehend virtuell ab, die Nominierten wurden von Standorten in aller Welt zugeschaltet.

Die Komikerinnen Tina Fey und Amy Poehler moderierten die Zeremonie von getrennten Bühnen in Kalifornien und New York aus.

Road-Movie «Nomadland» bestes Filmdrama

Das Road-Movie «Nomadland» der Regisseurin Chloé Zhao hat den Golden Globe als bestes Filmdrama gewonnen. Zhao holte für den Film auch die Regie-Trophäe, erst als zweite Frau überhaupt.

"Ich möchte mich ganz besonders bei den Nomaden bedanken, die ihre Geschichten geteilt haben. Vielen Dank an alle, die es mir ermöglicht haben, das zu tun, was ich liebe", sagte sie nach der Verkündung.

Zhao erzählt in dem auf einem Sachbuch basierenden Film die Geschichte einer 60-Jährigen, die sich nach dem Tod ihres Mannes mit prekären Jobs über Wasser hält und als moderne Nomadin im Wohnwagen durch die USA zieht.

Sacha Baron Cohen bekommt zweiten Golden Globe als Borat

In der Komödien-Sparte siegte die bissige Gesellschaftssatire «Borat Subsequent Moviefilm» mit dem britischen Komiker Sacha Baron Cohen, der auch den Globe als bester Hauptdarsteller in einer Komödie erhielt.

Wie schon 2006 war der Brite durch die USA gereist, kam mit Menschen ins Gespräch und verwickelte sie in mitunter komische oder auch entlarvende Situationen. Sein erster «Borat»-Auftritt hatte ihm ebenfalls die Trophäe eingebracht.

"Wartet, wartet - Donald Trump bestreitet das Ergebnis. Er behauptet, dass viele Tote gewählt haben, was eine sehr unhöfliche Aussage über den Verband der Auslandspresse (HFPA) ist", witzelte Cohen bei der Verleihung.

Die Golden Globes werden seit 1944 in 25 Film- und Fernsehkategorien von dem Verband der Auslandspresse (HFPA) verliehen. Nur knapp 90 internationale Journalisten, die seit langem in Hollywood arbeiten, sind Mitglied.

In diesem Jahr hatte es für die intransparenten Mitgliedschaftskriterien Kritik an dem Verband gegeben. Außerdem seien die Juroren ausschließlich weiß, hatte die «Los Angeles Times» im Vorfeld berichtet. Während der Verleihung versprachen mehrere Mitglieder der HFPA, dass künftig auch Schwarze aufgenommen würden.

Netflix-Serie "The Crown" Abräumer des Abends

In den Serien- und Fernsehfilm-Kategorien war die britische Königshaus-Serie «The Crown» mit vier Preisen der große Abräumer des Abends. Auszeichnungen gab es als beste Dramaserie, für Josh O'Connor als Prinz Charles und Emma Corrin als Prinzessin Diana in der besten Drama-TV-Rolle und für Gillian Anderson, die Margaret Thatcher verkörpert, für die beste TV-Nebenrolle.

Die Serie läuft beim Streaminganbieter Netflix, einem der großen Gewinner der Verleihung.

Großer Gewinner der Verleihung: Netflix

Mit «Das Damengambit» hat der Dienst auch die beste Miniserie des Jahres im Angebot. Anya Taylor-Joy spielt darin ein Schachgenie und gewann dafür den Preis als bestecHauptdarstellerin in einer Miniserie. In beiden Kategorien ging damit das von Maria Schrader als Regisseurin inszenierte deutsche Drama «Unorthodox» mit Shira Haas in der Hauptrolle leer aus. Beste Comedy-Serie wurde «Schitt's Creek», eine warmherzige kanadische Reihe, die bereits bei den Emmys in diesem Jahr eine Rekordzahl an Auszeichnungen einfuhr.

Ebenfalls bei Netflix laufen «I Care a Lot», deren Hauptdarstellerin Rosamund Pike als betrügerische Anwältin den Preis für die beste weibliche Hauptrolle in einer Komödie gewann, und «Ma Rainey's Black Bottom», für den Hauptdarsteller Chadwick Boseman posthum ein halbes Jahr nach seinem Krebstod im August als bester Schauspieler in einem Drama ausgezeichnet wurde. Seine Witwe Taylor Simone Ledward nahmunter Tränen den Golden Globe entgegen.

US-Schauspielerin und Sängerin Andra Day (36), die in «The United States vs. Billie Holiday» die Jazz-Sängerin Billie Holiday verkörpert, wurde zur besten Drama-Darstellerin gekürt.

«Bester nicht-englischsprachiger Film» : Familiendrama «Minari»

In der Kategorie «Bester nicht-englischsprachiger Film» gewann das Familiendrama «Minari» von US-Regisseur Lee Isaac Chung, der darin seine eigenen Erfahrungen als Kind südkoreanischer Einwanderer im ländlichen US-Staat Arkansas einbringt. Mit «Minari», hauptsächlich in koreanischer Sprache gedreht, waren unter anderem Filme aus Italien, Frankreich und Dänemark im Rennen.

Zwölfjährige Deutsche Helena Zengel geht leer aus

Die zwölfjährige Deutsche Helena Zengel ging bei der Verleihung leer aus. Sie war in der Sparte «Beste Nebendarstellerin» für den Western «Neues aus der Welt» nominiert gewesen. Die Schülerin hatte die Preisvergabe in einer Live-Schalte aus Berlin mitverfolgt.

Die Trophäe ging an Jodie Foster (58) für ihre Nebenrolle in dem Polit-Thriller «The Mauritanian», die acht Jahre nach ihrem Comin-Out mit einem öffentlichem Kuss ihre Partnerin offiziell der Welt präsentierte.

Natürlich auch technische Pannen

Auch technische Pannen durften bei der virtuellen Verleihung per Zoom natürlich nicht fehlen, gleich bei der Verleihung des ersten Preises gab es eine Videopanne.

Der als bester Nebendarsteller in einem Film ausgezeichnete Daniel Kaluuya ist zunächst nicht zu hören, als er die übliche Dankesrede halten wollte, war zunächst noch Musik zu hören, dann gar nichts mehr. Zuschauer sahen nur, wie sich die Lippen von Kaluuya bewegten.

Kaluuya überzeugte durch seine Rolle in dem Historiendrama „Judas and the Black Messiah“ als Black-Panther-Aktivist Fred Hampton. Es ist sein erster Globe-Gewinn.