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Spanien legalisiert aktive Sterbehilfe

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Spanien legalisiert aktive Sterbehilfe
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Das spanische Parlament hat am Donnerstag mit deutlicher Mehrheit für die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe gestimmt. Spanien ist damit das vierte Land in der EU, das die aktive Sterbehilfe außer Strafe stellt.

In der EU ist die aktive Sterbehilfe sonst noch in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg erlaubt. Außdem in Kanada und Kolumbien. In den meisten europäischen Ländern sind die aktive Sterbehilfe und die Beihilfe zum Suizid verboten. Die passive Sterbehilfe ist erlaubt in Ländern wie Österreich, Frankreich, Großbritannien, Irland, Dänemark, Italien, Spanien, in Ungarn oder in der Slowakei.

Die spanische Spanische Gesundheitsministerin Carolina Darias: "Es ist ein wichtiger Tag für alle Bürger, weil wir uns in Richtung einer menschlicheren und gerechteren Gesellschaft bewegen. Aber vor allem ist es ein wichtiger Tag für diese Menschen, die sich in einer Situation von schwerem Leid befinden, sowie für ihre Familien und Angehörigen"

Opposition will gegen das Gesetz klagen

In drei Monaten wird das Gesetz in Spanien in Kraft treten. Die Regelung gilt für Menschen, die unter einer unheilbaren oder sehr schweren Krankheit leiden. Eine weitere Voraussetzung ist ein Wohnsitz in Spanien. Damit will man Sterbehilfereisen vermeiden, wie sie aus der Schweiz bekannt sind. Dort ist eine passive Sterbehilfe und ein ärztlich assistierte Suizid erlaubt.

Die konservative spanische Volkspartei und die rechtspopulistische Vox hatten gegen das Vorhaben opponiert, sie wollen vor dem Verfassungsgericht gegen die Regelung klagen.

In Portugal war ein ähnliches Gesetzesvorhaben zuletzt durch ein Urteil des Verfassungsgerichts gescheitert, obwohl das Parlament dafür gestimmt hatte.