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Covid in Europa: Wenn der Ausnahmezustand zur Gewohnheit wird

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Wieder im Lockdown seit diesem Wochenende – ein Drittel der Franzosen rund um Paris und weiteren Verwaltungsbezirken im Norden und Süden des Landes haben Mühe, sich darauf einzustellen. Der Rat des Gesundheitsministers Olivier Véran: Nicht von einem Lockdown sprechen, sondern „sich lüften, um atmen zu können, Abstand halten, um sich zu schützen.“

Zwei Stimmen aus dem Département Seine-Maritime in Nordfrankreich:

Jérôme, Ladenbesitzer:

“Es ist schwer, sich daran zu gewöhnen. Wir wollen Freiheit, wir wollen ausgehen, uns wird all das vorenthalten. Die kleinen Freuden des Alltags sind nicht mehr zu haben.”

Catherine, Rechtsanwältin:

“Ich beklage mich nicht, weil ich arbeite, mein Mann auch. Wir haben ein Haus, wir haben Kinder, wir haben ein Leben. Ich denke mehr an die eingesperrten Pariser, die Studenten, die allein sind, also wir sind es nicht. Es gibt überhaupt keinen Grund, uns zu bemitleiden.”

An der deutsch-französischen Grenze haben hunderte Menschen gegen die verschärften Corona-Regeln bei der Einreise nach Deutschland protestiert. In Sarreguemines (Saargemünd) im Département Moselle forderten sie ein Ende der Testpflicht für Pendler ("AFP").

Mit der Einstufung des Verwaltungsbezirks Moselle als sogenanntes Virusvariantengebiet gelten strengere Regeln seit Anfang des Monats: Menschen aus dem Département müssen bei der Einreise in das angrenzende Rheinland-Pfalz und das Saarland einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Ein Schnelltest ist dabei ausreichend. Dies gilt auch für Pendler.Täglich pendeln rund 16 000 Menschen von Moselle ins Saarland.

POLEN

Der polnische Gesundheitsminister Adam Niedzielski hat die Corona-Lage in seinem Land als ernst bezeichnet. Beim Anstieg der Infektionszahlen sei eine «sehr große Beschleunigung» zu
beobachten, sagte er am Samstag auf einer Pressekonferenz. Diese Entwicklung sei auf die britische Virusvariante zurückzuführen, die als ansteckender gilt. «Man kann sagen, dass diese Mutante andere

Virusvarianten verdrängt», erklärte Niedzielski. Man schätze, dass sie landesweit bereits für 60 bis 80 Prozent aller neuen Fälle verantwortlich sei.

Also ein neuer Teil-Lockdown auch in Polen.

Wladyslaw, Inhaber eines Restaurants:

"Wir werden sehen, wie lange diese Einschränkungen anhalten werden. Wenn es ein oder zwei Monate dauert, sollte es uns gut gehen, aber wenn es länger dauert, weiß ich es nicht. Es ist eine große Unbekannte."

UKRAINE

Die höchsten Infektionswerte seit November haben auch die Ukraine gezwungen, über die Hauptstadt Kiew in einen strengen Lockdown zu verhängen, für drei Wochen – und dann sieht man weiter. Bürgermeister Vitali Klitschko will vor allem verhindern, „dass das Medizinsystem zusammenbricht.“

su mit dpa