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#harterLockdownJetzt - Inzidenz steigt auf knapp 130

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#harterLockdownJetzt - Inzidenz steigt auf knapp 130
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Das Infektionsgeschehen in Deutschland hat sich erneut erhöht: Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) auf 129,7 (Vortag 124,9). Vor einer Woche lag der Wert bei 103,9.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten 17.176 neue Corona-Infektionen. Das sind 3443 mehr als am vergangenen Sonntag (13.733). Zudem wurden 90 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung verzeichnet.

Die Gesamtzahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Sars-CoV-2 stieg damit auf 75.870.

#harterLockdownJetzt

Derweil werden Forderungen nach Lockdown und einer neuen Bund-Länder-Runde laut. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) stellte für Anfang der Woche weitere Gespräche zwischen Bund und Ländern über einen harten Lockdown in Aussicht.

Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte einen raschen neuen Corona-Gipfel gefordert.

Während andere EU-Länder kurz vor den Osterfeiertagen verschärfen, gibt es in Deutschland keine einheitliche Linie. Dafür wäcsht der Unmut: In den sozialen Medien trendet der Hashtag #harterLockdownJetzt.

Das Thema erregt nach dem Hin und Her um die zurückgenommenen Osterruhetage die Gemüter.

Am Freitag warnte das Robert Koch-Institut - auch im Hinblick auf Ostern - vor einer bedrohlichen Zuspitzung der Corona-Lage in Deutschland mit bis zu 100.000 Neuinfektionen pro Tag.

Polen gehört zu den Lämdern, die vor den Osterfeiertagen ihre Pandemie-Maßnahmen verschärfen. Das Land hat den dritten Tag in Folge einen Rekord an Neueinfektionen verzeichnet - mehr als 35.000 waren es zuletzt in dem 38 Millionen Einwohner-Land. Polens angeschlagenes Gesundheitssystem stößt an seine Grenzen.

Die Einhaltung der Regeln ist entscheidend, um Leben zu retten.
Mateusz Morawiecki, Ministertpräsident von Polen

Die Einhaltung der Regeln sei entscheidend, um Leben zu retten, sagte Ministertpräsident Mateusz Morawiecki als er die Beschränkungen bekannt gab. Unter Berufung auf wirtschaftliche Notwendigkeiten und mangelnde Unterstützung werden die geltenen Regeln häufig missachtet.

Die polnischen Behörden haben zur strikten Einhaltung besonders über Ostern aufgerufen und mit hohen Bußgeldern gedroht.

Ministerpräsident Mateusz Morawiecki: "Wir sind nicht mehr weit davon entfernt, die Grenze zu überschreiten, nach der wir nicht mehr in der Lage sein werden, die Patienten richtig zu behandeln und unsere Bürger zu versorgen. Wir müssen alles tun, um so ein Szenario zu vermeiden."

Ersten 55 Millionen Dosen von Johnson & Johnson sollen nächsten Monat kommen

Während die Länder mit Oster-Lockdowns gegen die dritte Welle kämpfen gibt es etwas Bewegung an der Impfstoff-Front. Die dringend erwarteten Impfstoffdosen des vierten in der EU zugelassen Impfstoffs von Johnson & Johnson werden nach Angaben der EU-Kommission nicht mehr lange auf sich warten lassen. Im 2. Quartal sollen 55 Millionen Dosen geliefert werden. Der Impfstoff von Johnson & Johnson muss im Gegensatz zu den anderen verwendeten Vakzinen nur einmal verabreicht werden.

Weitere 120 Millionen Dosen sollen die EU-Länder laut EU-Kommissar für den Binnenmarkt, Thierry Breton, zwischen Juli und September erhalten. Breton hatte Ende vergangener Woche eine Fabrik des Pharmaunternehmens Janssen, einer Tochtergesellschaft von Johnson & Johnson, im Nordosten Spaniens besucht. In der gesamten EU werden laut Breton derzeit in 52 Fabriken Impfstoffe hergestellt.

Die EU wolle bis Ende des Jahres zwei bis drei Milliarden Dosen produzieren, so EU-Kommissar Thierry Breton. Das würde die Union zum weltgrößten Impfstoffhersteller machen.

40 Prozent mehr Krankenhausaufenthalte in Belgien

Auch Belgien führt strengere Maßnahmen ein. Kund:innen müssen künftig in allen Geschäften, außer in Supermärkten, Termine machen, um Waren zu kaufen oder Bestellungen abzuholen.

Körpernahe Dienstleistungen wie Friseure bleiben bis zum 25. April geschlossen, auch Schulen werden ab Montag geschlossen.

Die Neuinfektionen waren in der vergangenen Woche um 40 Prozent, die Krankenhausaufenthalte um 28 Prozent gestiegen.

Portugal will lockern und impft alle Lehrer:innen

Portugal hat damit angefangen, sämtliche Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher zu impfen. Das Land hofft so, seinen angekündigten Lockerungsplan einhalten zu können. An diesem Samstag wurden vorrangig Kindergärtnerinnen und Grundschullehrerinnen geimpft.

Die Schulen sollen am 19. April öffnen. Die Lage in dem ehemaligen Pandemie-Hotspot hatte sich dank strenger Maßnahmen zuletzt deutlich verbessert.

Geimpft werden die Lehrkräfte mit dem Wirkstoff AstraZeneca. Portugal hatte am vergangenen Montag wieder angefangen mit AstraZeneca zu impfen, eine Woche nachdem die Verwendung vorübergehend ausgesetzt wurde.