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"Sonnenschein" auf Lesbos: Schutzsuchende in eigenen vier Wänden

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Familien teilen sich manchmal Wohnungen, haben aber einen eigenen Schlafraum
Familien teilen sich manchmal Wohnungen, haben aber einen eigenen Schlafraum   -   Copyright  Euronews/Apostolos Staikos
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Auf der griechischen Insel Lesbos leben nicht alle Schutzsuchenden in provisorischen Unterkünften. Die NGO "Sunshine" hat ein Wohnprogramm für besonders bedürftige Menschen ins Leben gerufen.

Hamideh Bateri aus Afghanistan und ihre Kinder teilen sich jetzt ein kleines Haus mit einer anderen Familie. Obwohl die Bedingungen gut sind, hofft die 42-Jährige, dass sie bald nach Schweden ausreisen kann.

Über ihre Odyssee sagte Hamideh Bateri: "Wir haben Afghanistan verlassen, um dem Krieg zu entkommen. Mein Mann und mein ältester Sohn sind zuerst gegangen und sie haben es bis nach Stockholm geschafft. Seit zwei Jahren sitze ich mit meinen anderen drei Kindern auf dieser Insel fest. Wir hoffen, dass wir bald Asyl bekommen und zu ihnen kommen können."

"Ich möchte mich nicht erinnern"

Die Familie hat ein Dreibettzimmer und teilt sich den Rest des Hauses mit einer anderen Familie, die ebenfalls aus Afghanistan stammt.

Didarali Satehi aus Afghanistan findet, dass es Zeit ist, die Insel zu verlassen: "Wir waren neun Monate lang im Camp Moria. Das ist eine Zeit, an die ich mich nicht erinnern möchte. Jetzt, in diesem Haus, ist die Situation viel besser, aber wir wollen nicht auf Lesbos bleiben. Meine Kinder müssen zur Schule gehen und ich muss arbeiten. Unsere Zukunft liegt in Deutschland."

"Hoffen, bald an der Reihe zu sein"

Das Wohnungsprogramm wurde 2016 gestartet und wird nun vom griechischen Ministerium für Μigration und Asyl finanziert. Derzeit leben 700 Schutzsuchende in 103 Wohnungen in oder nahe der Stadt Mytilene. Die Anmietung so vieler Häuser stärkt die lokale Wirtschaft in hohem Maße.

Konstantina Kalampoki ist die Koordinatorin des Wohnungprogramms "Sunshine": "Dieses Wohnungsprogramm ist wichtig, weil es den gefährdeten Menschen, die im Camp Moria lebten, Sicherheit und gute Lebensbedingungen bietet. Diese Asylsuchenden brauchten Schutz. Jetzt sind sie sicher und haben Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen, wie z.B. Krankenhäusern."

"Traum Dutzender Familien"

Euronews-Reporter Apostolos Staikos kommentierte auf Lesbos: "Weniger als 10.000 Flüchtlinge und Migranten leben jetzt auf Lesbos, während in den letzten Monaten mehr als 1.100 Schutzsuchende Griechenland in Richtung Deutschland verlassen haben. Das ist der Traum von Dutzenden anderer Familien, die auf der Insel bleiben, geduldig sind und hoffen, dass sie bald an der Reihe sind."