Eingeschleppte Tiere und Pflanzen kosten uns weltweit 1 Billion Euro

Flusskrebs, der ursprünglich aus Louisiana in den USA stammt.
Flusskrebs, der ursprünglich aus Louisiana in den USA stammt. Copyright -Screenshot- BERTBF
Von Euronews
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied

Gebietsfremde und eingeschleppte Tiere und Pflanzen bedrohen Ökosysteme und verursachen hohe Kosten. Allein im belgischen Wallonien richten rund zwanzig invasive Arten Schäden an.

WERBUNG

Was haben Kaninchen, die zu Millionen in den australischen Ebenen leben, Pythons, die in Florida wimmeln, und Zebramuscheln, die die wallonischen Flüsse besiedeln, gemeinsam?

Sie alle sind invasive Arten, also fremde und eingeschleppte Tiere. Und sie bedrohen Ökosysteme auf der ganzen Welt.

Eine Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht wurde, hat zum Mal die globalen Kosten dieser Umweltverschmutzung beziffert. Seit 1970 haben invasive Arten mehr als eine Billion Euro gekostet.

Flusskrebse und Zebramuscheln in Wallonien

In Belgien vermehren sich zum Beispiel Flusskrebse, die ursprünglich aus Louisiana in den USA stammen. Durch die Klimaerwärmung fühlen sie sich mittlerweile auch in europäischen Gewässern wohl. In einem privaten Teich in Wallonisch-Brabant wurden bereits mehr als 3.000 Stück gefangen.

Jonathan Marescaux, Biologe und Gründer von E-Biom, sagt, dass Tausende Arten jeden Tag quer durch die Welt transportiert werden. "Zum Beispiel Larven im Wasser, das sich auf dem Boden der Laderäume von Boote befindet, oder Muscheln, die am Schiffsrumpf hängen, oder in Töpfen mit Zierpflanzen. Auf diese Weise wurde die asiatische Hornisse nach Europa eingeschleppt."

Die asiatische Hornisse tötet ganze Bienenvölker. Auch die Bisamratte ist solch ein Eindringling. 25.000 Bisamratten werden so jedes Jahr in wallonischen Flüssen gefangen.

Zu den zähesten invasiven Pflanzen gehört der Japanische Staudenknöterich. Seine Wurzeln könnnen bis zu 5 Meter lang werden und Kosten auf Baugrundstücken verursachen.

In Japan werden die Pflanzen nur halb so klein, erklärt Etienne Branquart von der wallonischen Umweltbehörde (SPW): "In Japan gibt es viele Insekten und Organismen, die sich von der Pflanze ernähren, von den Blättern, von den Blüten... die sich auch von den unterirdischen Organen der Pflanze ernähren. Diese Organismen, ihre natürlichen Feinde, gibt es in Belgien nicht."

Im belgischen Wallonien gibt es schätzungsweise zwanzig invasive Arten. Damit die Liste nicht länger wird, sind kostspielige Maßnahmen zur Ausrottung nötig. Die Kosten im Kampf gegen invasive Arten sind in den letzten 50 Jahren exponentiell gestiegen.

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

Masten weg! Freie Bahn für Europas schwersten flugfähigen Vogel

Wer ist schlimmer für den Klimawandel: Ihr Kind oder Ihr Haustier?

"Wirklich ermutigend": Verbote von Plastiktüten funktionieren, sagen Aktivisten.