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Keine Aussicht auf neue Kosovo-Gespräche

Von Stefan Grobe  & Sergio Cantone
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Keine Aussicht auf neue Kosovo-Gespräche
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Ohne eine Aussicht auf eine Rückkehr an den Verhandlungstisch mit Serbien hat der neue Regierungschef des Kosovo seinen Besuch in Brüssel beendet. Die EU hatte auf eine Wiederaufnahme der Gespräche zum 11. Mai gehofft. Seine Regierung brauche mehr Information und mehr Zeit, um die Dokumentenlage zu prüfen, sagte Ministerpräsident Albin Kurti.

Erst vor wenigen Tagen war der serbische Präsident in Brüssel und hatte einer Wiederaufnahme der Gespräche mit der neuen Führung des Kosovo zugestimmt.

Kurti hatte indes die Wahl im Kosovo mit dem Versprechen gewonnen, dem Aufbau der Wirtschaft, dem Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit und der Impfkampagne erste Priorität einzuräumen.

Großes Interesse an dem Brüssel-Besuch Kurtis hatte die neue US-Administration gezeigt, während EU-Außenbeauftragter Josep Borrell Vorwürfe zurückwies, die EU tue zu wenig für die Aussöhnung auf dem Balkan. Er habe genug von dieser Kritik, so Borrell. Die EU habe stets geholfen, gerade auch mit finanzieller Unterstützung, was aber nicht zur Kenntnis genommen werde.

In dieser Woche hatten Memoranden für Unruhe gesorgt, die angeblich von EU-Regierungen stammten und die neue Grenzziehungen auf dem Balkan vorschlugen. Experten warnten vor einem solchen Schritt.

Einige Balkanländer seien auf ihrem Weg in die EU, andere würden zurückgelassen, dazu gehörten Bosnien und das Kosovo, so Engjellushe Morina vom European Council on Foreign Relations. Solange diese Situation bestehe, sei der Balkan Einfluss von außen ausgesetzt.

Das Verfassen solch dummer Memoranden sei unproduktiv und sollte unterlassen werden. Kurti und Borrell hatten - wie auch andere Politiker auf dem Balkan - die Memoranden als unseriös und nicht beachtenswert bezeichnet.