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Vor 10 Jahren: US-Spezialeinheit tötet Osama bin Laden

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Der damalige al-Kaida-Chef Osama bin Laden
Der damalige al-Kaida-Chef Osama bin Laden   -   Copyright  Mazhar Ali Khan/AP Photo
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Kinder spielen Cricket auf einem verlassenen Grundstück im pakistanischen Abottabad. Genau an diesem Ort starb einer der meistgesuchten Terroristen: Osama bin Laden. Die Operation Neptune Spear, bei der eine Spezialeinheit der US-Navy den damaligen Chef des Terrornetzwerks al-Kaida tötete, jährt sich am Sonntag, den 2. Mai 2021, zum zehnten Mal.

Für die USA war es eine der wichtigsten Militäroperationen der vergangenen Jahre. Sie wollten, bin Laden für die Anschläge vom 11. September 2001 zur Rechenschaft ziehen.

Zehn Jahre auf der Jagd nach bin Laden

Heute ist kaum mehr etwas von dem Wohnkomplex, in dem sich Bin Laden versteckt gehalten hatte, übrig: Ein dreistöckiges Haus, umgeben von hohen Mauern, nicht weit entfernt von einem pakistanischen Militärstützpunkt.

Der ehemalige CIA-Direktor John Brennan berichtete jüngst der Nachrichtenagentur AFP, dass die Vorbereitung dieser extrem riskanten Operation nicht einfach gewesen sei. Die US-Geheimdienste hätten zwar die Anwesenheit bin Ladens in diesem Haus vermutet, doch Beweise hierfür hätten sie nicht gehabt.

Obama befiehlt "Neptune Spear"

Über Monate hinweg hatten sie einen Kurier, der für al-Kaida arbeitete, immer wieder zu diesem extrem abgesichtern Haus gehen sehen. Schließlich fiel ihnen ein großer, dünner, bärtiger Mann auf. Die CIA hatte das Gesicht des damals staatenlosen Mannes nie gesehen, man vermutete aber, dass er der gesuchte bin Laden sein müsse.

Im Weißen Haus war man geteilter Meinung darüber, ob ein bloßer Verdacht eine Militäroperation rechtfertigen könne. Dennoch gab der damalige US-Präsident Barack Obama am 29. April 2011 grünes Licht für die Mission "Neptune Spear".

In der Nacht vom 1. auf den 2. Mai starteten zwei Hubschrauber von Afghanistan aus zu einem rund 90-minütigen Flug in den Norden Pakistans. An Bord: Rund 20 Mitglieder einer Spezialeinheit, den Navy Seals. Bei ihrer Ankunft am Anwesen Bin Ladens in Abotabbad stürzte einer der Hubschrauber ab - der Einsatz wurde jedoch fortgesetzt.

Das Weiße Haus schaut live zu

Die gesamte Operation wurde live ins Weiße Haus übertragen, das Foto vom "Situation Room" ging um die Welt. Es zeigt Obama zusammen mit Mitgliedern seines nationalen Sicherheitsteams, unter ihnen auch Vizepräsident Joe Biden und Außenministerin Hillary Clinton.

Etwa 20 Minuten nach ihrer Ankunft teilten die US-Spezialkräfte mit, Osama Bin Laden sei aufgespürt und getötet worden. Am späten Abend in Washington verkündete Barack Obama den Tod des Al-Qaida-Anführers, was DNA-Tests bestätigt hätten.

Da die USA befürchteten, ein Grab Bin Ladens könnte zu einem Pilgerort für seine Anhänger werden, brachten sie die sterblichen Überreste zu einem Schiff der US-Navy und bestatten den Leichnam im Arabischen Meer.