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"Superwahldonnerstag" - Tory-Abgeordnete erobert Labour-Hochburg

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Ein Wahllokal im englischen Hartlepool an der Nordsee
Ein Wahllokal im englischen Hartlepool an der Nordsee   -   Copyright  AFP
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Bis in den späten Abend hinein konnten die Menschen in Schottland, Wales und Teilen Englands abstimmen. Die Ergebnisse der Regional- und Kommunalwahlen werden aber teilweise bis Sonntag auf sich warten lassen.

Der britische "Superwahldonnerstag" ist der größte politische Stimmungstest außerhalb einer Parlamentswahl seit fast 50 Jahren.

Vor allem in Schottland steht auch für Premierminister Boris Johnson viel auf dem Spiel. Wenn die Schottische Nationalpartei SNP von Regierungschefin Nicola Sturgeon die absolute Mehrheit holt, würde das den Unabhängigkeitsbestrebungen noch mehr Auftrieb verleihen.

Allen voran wünschen sich junge Menschen eine Rückkehr in die EU. Emily Blair ist eine 18-jährige Studentin und SNP-Wählerin: "Ich hoffe, dass die SNP gewinnt, weil wir ein zweites Unabhängigkeitsreferendum wollen, vor allem, weil wir jetzt die EU verlassen haben."

Eine gegensätzliche Meinung vertritt der 56-jährige Taxifahrer und Anhänger der Konservativen Partei, Michael Lowe: "Ich bin so besorgt, dass ich, wenn wir die Unabhängigkeit bekommen, zurück nach England ziehen muss."

Reporterfrage: "Und warum ist das so?"

Lowe: "Weil ich denke, dass wir ein Dritte-Welt-Land sein werden, weil wir mindestens zehn Jahre brauchen werden, um wieder dahin zu kommen, wo wir jetzt sind. Wir haben kein Geld und können aus eigener Kraft nicht überleben."

Tory-Überraschung in Labour-Hochburg

In England stimmten die Menschen unter anderem über Gemeinderäte und Bürgermeisterämter ab. Im Fokus stand aber die Nachwahl eines Unterhausssitzes in der nordostdenglischen Hafenstadt Hartlepool. Seit 1974 eine Labour-Hochburg, gewann hier überraschend die Kandidatin der Konservativen Partei, Jill Mortimer.

Ein schwerer Schlag für Labour-Chef Keir Starmer und ein Erfolg für Boris Johnon, der wie Starmer mehrmals zu Wahlkampfauftritten nach Hartlepool gereist war. Der amtierende Labour-Abgeordnete Mike Hill war nach Vorwürfen sexuellen Missbrauchs zurückgetreten. Deshalb wurde die Nachwahl notwendig.