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Israel: "Die Hamas hat eine rote Linie überschritten"

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Israel: "Die Hamas hat eine rote Linie überschritten"
Copyright  Khalil Hamra/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.
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Im Nahen Osten eskaliert die Gewalt zwischen Israel und Palästinensern immer weiter. Die israelische Armee feuerte am Morgen Raketen in Richtung Gazastreifen. Zuvor hatten militante Palästinenser nach Angaben Israels mehr als 200 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert.

Seit Montagabend wurden bei israelischen Angriffen nach Angaben eines Armeesprechers 15 Mitglieder der Hamas und des Islamischen Dschihads getötet. Das Gesundheitsministerium in Gaza sprach von mindestens 24 Toten, darunter neun Kindern.

Die Terrororganisationen in Gaza haben am Abend des Jerusalem-Tags eine rote Linie überschritten
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte, dass die Gefechte noch „eine Weile andauern könnten“.

Er sagte, "die Terrororganisationen in Gaza" hätten am Abend des Jerusalem-Tags eine rote Linie überschritten, indem sie Vororte Jerusalems mit Raketen angegriffen haben. Am 10. Mai feiern Bewohner:innen in Teilen Jerusalems die Wiedervereinigung der Stadt. Während des Sechstagekriegs 1967 eroberte Israel Ostjerusalem.

"Israel wird mit großer Härte reagieren. Wir werden keine Angriffe auf unser Territorium, auf unsere Hauptstadt, auf unsere Bürger und auf unsere Soldaten dulden", so Netanjahu.

Die EU und die USA verurteilten die Raketenangriffe aus dem Gazastreifen und forderten ein sofortiges Ende der Gewalt. in dem abgeschotteten Küstengebiet und im von Israel besetzten Westjordanland.

Kampf um Jerusalem könnte außer Kontrolle geraten

Zu den Angriffen auf den Großraum von Jerusalem schreibt die italienische Zeitung "La Stampa", es sei der Kampf um Jerusalem, der im Nahen Osten eine monatelange Eskalation von Spannungen, Angriffen und Vergeltung entfacht habe. Er drohe nun, unter den hilflosen Augen der internationalen Gemeinschaft außer Kontrolle zu geraten.

US-Außenminister Antony Blinken rief zur Deeskalation auf: "Es ist zwingend notwendig, dass alle Seiten Schritte zur Deeskalation und Beruhigung der Situation unternehmen. Ich bin zutiefst besorgt über die Raketenangriffe. Auch wenn alle Seiten Schritte zur Deeskalation unternehmen müssen, hat Israel natürlich das Recht, sein Volk und Territorium vor diesen Angriffen zu schützen."

Die Spannungen im Westjordanland und im arabisch geprägten Osten Jerusalems hatten sich seit Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan verschärft. Viele Palästinenser sind zornig, weil die Polizei Bereiche der Altstadt abgesperrt hatte, um Versammlungen zu verhindern. Zudem drohen einigen palästinensischen Familien im Stadtteil Scheich Dscharrah Wohnungsräumungen durch israelische Behörden.

Der Konflikt eskalierte, nachdem israelische Soldaten die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg gestürmt hatten. Seit Freitag gab es nachts in Jerusalem jeweils Auseinandersetzungen. In zahlreichen arabischen Ortschaften in Israel sowie in Teilen des Westjordanlands kam es ebenfalls zu Konfrontationen.

Die Vereinten Nationen, Ägypten und Katar versuchen in dem Konflikt zwischen Israel und der Hamas zu vermitteln.