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Digitales EU-COVID-Zertifikat - Was Sie zu Reisen mit dem Grünen Pass wissen müssen

Von Rachael Kennedy
Wird das Reisen bald leichter mit dem EU-COVID-Zertifikat?
Wird das Reisen bald leichter mit dem EU-COVID-Zertifikat?   -   Copyright  Rick Bowmer/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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In der Europäischen Union soll Reisen wieder einfacher werden, nachdem Vertreter der 27 Staaten eine Einigung über eine Art EU-COVID-Reisepass erzielt haben. Allerdings gibt es auch Alleingänge: so lässt Kroatien Touristinnen und Touristen schon 22 Tage nach nur einer Impfung gegen Covid-19 einreichen.

Auf der App Re-Open EU können Sie nachschauen, welche Reise-Regeln in welchem EU-Land gelten. Allerdings weist die App darauf hin, dass die Übersetzungen automatisch erstellt sind. Im Internet können Sie aber die Sprache wechseln und das englische Orignal anschauen ;)

Re-open EU
Informationen zu Reisen in alle EU-LänderRe-open EU

Was ist das neue Zertifikat?

Das digitale COVID-Zertifikat der EU (auf Englisch EU Digital COVID Certificate oder EUDCC), das auch als GRÜNER PASS bezeichnet wird, soll die Reisebeschränkungen in allen 27 Mitgliedsstaaten so weit es geht aufheben - und es wird auch für bestimmte Nicht-EU-Länder erhältlich sein.

Es enthält Informationen über den Impf-, Test- und/oder Genesungsstatus einer Person in Bezug auf COVID-19. Reisende wählen, ob sie das als QR-Code dargestellte Zertifikat digital oder in Papierform bei sich tragen.

Gibt es EU-Länder, die nicht mitmachen?

Kurze Antwort - nein. Das Zertifikat soll durch die Verabschiedung einer EU-Verordnung eingeführt werden. Dies ist ein verbindlicher Rechtsakt, was bedeutet, dass es in der gesamten Europäischen Union angewendet werden muss.

Wann gibt es das Zertifikat - und wo wird es schon ausgestellt?

Hoffentlich noch im Juni. Die Verordnung wird am 1. Juli in Kraft treten - seit Anfang Juni funktioniert das sogenannte "Gateway", über das die EU-Staaten ihre System miteinander verbinden. Deutschland, Griechenland und Bulgarien gehören zu den Staaten, die bereits mit dem Gateway verbunden sind.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, sagte am Donnerstag, dass das System auf EU-Ebene "sehr bald" fertig sein werde, was bedeutet, dass die Mitgliedsstaaten in Kürze mit der nationalen Einführung beginnen können.

In Deutschland gibt es Zweifel, ob alle, die es wollen, das Zertifikat am 1. Juli haben können. Gesundheitsminister Jens Spahn erklärte Ende Mai, man könne auch weiterhin mit dem gelben Impfausweis reisen.

Kostet es etwas?

Nein. Das EU-COVID-Zerrifikat wird kostenlos sein.

Welche Impfstoffe werden anerkannt?

Alle COVID-19-Impfstoffe, die von der Europäischen Arzneimittelagentur zugelassen sind, werden anerkannt.

Dazu gehören die Vakzine von BioNTech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson.

Die Mitgliedsstaaten werden auch selbst entscheiden können, ob sie andere Impfstoffe akzeptieren. In Ungarn werden beispielsweise auch Sputnik V und Sinopharm verimpft.

Dürfen Nicht-Geimpfte nicht reisen?

Keineswegs. Die EU hat betont, dass das neue Zertifikat keine Vorbedingung für die Freizügigkeit innerhalb des Blocks sein wird; vielmehr soll es das Grundrecht erleichtern.

"Es gibt keine Diskriminierung von Personen, die nicht geimpft sind", heißt es in einem von der Kommission veröffentlichten Merkblatt. "Personen, die nicht geimpft sind, müssen weiterhin in der Lage sein, ihr Recht auf Freizügigkeit auszuüben, wenn nötig mit Einschränkungen wie Tests oder Quarantäne/Selbstisolierung."

Thomas Frey/(c) Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Bei verschiedenen Modellprojekten in Deutschland gibt es schon QR-CodesThomas Frey/(c) Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Welche Tests werden akzeptiert?

Sogenannte NAAT-Tests (einschließlich PCR-Tests) und Antigen-Schnelltests werden anerkannt. Selbsttests werden vorerst nicht dazu gehören.

Bereits durchgemachte COVID-19-Erkrankungen werden durch Antikörpertests nachgewiesen.

Im Prinzip sind PCR-Tests 72 Stunden, Antigen-Schnelltests 24 Stunden gültig.

Kann ich mit dem Zertifikat nach Großbritannien oder die Schweiz reisen?

Die EU hat bereits erklärt, dass sie offen dafür ist, das digitale COVID-Zertifikat in den EWR-Ländern (Island, Liechtenstein, Norwegen) sowie in der Schweiz einzuführen.

Sowohl Norwegen als auch die Schweiz haben zugesagt, ihre eigenen Impfzertifikate zu erstellen, um mit der EU kompatibel zu sein, während Island geimpften EU-Touristen bereits seit einigen Monaten die Einreise erlaubt.

Großbritannien ist immer noch dabei, ein Abkommen mit der EU zu schließen - und führt derzeit seine eigenen Impfzertifikate über den National Health Service NHS ein.

Das Vereinigte Königreich hat außerdem ein Ampelsystem (rot, gelb und grün) für internationale Einreisende eingeführt.

Wer stellt das Zertfikat aus?

In Deutschland kann seit Anfang Juni bei der zweiten Impfung oder beim Corona-Test ein QR-Code ausgegeben werden, der auf Papier ausgedruckt oder in einer App gespeichert wird. Die App heißt CovPass. Auf der Internetseite steht - Stand 3. Juni 2021 - "Die CovPass-App ist bald verfügbar". Auch die Corona-Warn-App soll das Zertifikat enthalten können.

In Frankreich ist ebenfalls geplant, dass die "TousAntiCovid"-App das Zertifikat enthalten soll. Eine entsprechende Rubrik gibt es schon, aber sie funktionierte Anfang Juni noch nicht.

Wer schon vorher vollständig geimpft war, sollte sich in Deutschland das Zertifikat bei Ärzt:innen, Impfzentren oder in Apotheken ausstellen lassen können. Das ist aber noch nicht definitv entschieden. Viele in den Arztpraxen klagen schon jetzt über zu viel bürokratischen Aufwand durch die Impfungen.

Was ist mit Reisen in die USA?

Ein Großteil der Weltbevölkerung, einschließlich der Menschen aus Europa dürfen seit dem Beginn der Pandemie nicht in die USA reisen - und das wird sich wohl auch nicht so bald ändern.

Laut der US Travel Association werden die Behörden den Plan der EU zur Wiederbelebung des internationalen Reiseverkehrs begutachten, um "hoffentlich die USA zu ermutigen, die vielen Rufe nach einem Zeitplan zur sicheren Wiederöffnung der Grenzen in Erwägung zu ziehen".

Ist das EU-COVID-Zertifikat sicher?

Der QR-Code wird eine digitale Signatur enthalten, die von einer ausstellenden Stelle stammt, die ein Krankenhaus, ein Testzentrum oder eine Gesundheitsbehörde sein kann. Jede Stelle hat einen eindeutigen digitalen Signaturschlüssel, der in einer sicheren Datenbank in jedem Land gespeichert wird.

In Österreich können sich die Menschen über die Handysignatur oder die Bürgerkarte kann man auf der Website des österreichischen Gesundheitsportals in seinen Elektronischen Gesundheitsakt (ELGA) einloggen und dort die Zertifikate abrufen.

Über das Gateway können alle Zertifikatsignaturen EU-weit verifiziert werden. Die persönlichen Daten des Zertifikatsinhabers werden nicht durch das Gateway geleitet, da dies für die Verifizierung der digitalen Signatur nicht notwendig ist.

Wie lange ist das Zertifikat gültig?

Die Gültigkeit hängt davon ab, wie relevant die Zertifikate zu einem bestimmten Zeitpunkt sind, sowie von wissenschaftlichen Erkenntnissen und nationalen Vorschriften in den einzelnen Mitgliedsstaaten.

Eine ewige Gültigkeit ist nicht geplant. Die EU geht davon aus, dass die Zertifikate streng an die Pandemie gebunden sind. Sobald die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ende des öffentlichen Gesundheitsnotstands erklärt, soll auch das Zertifikatsystem ausgesetzt werden.

Journalist • Kirsten Ripper