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AfD vor der Wahl in Sachsen-Anhalt: Gewinnen mit Corona-Lügen?

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AfD vor der Wahl in Sachsen-Anhalt: Gewinnen mit Corona-Lügen?
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Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt an diesem Sonntag sind sich 37 Prozent der Wählerinnen und Wähler noch nicht sicher, wem sie ihre Stimme geben wollen.

In den Umfragen liegt die CDU nur knapp vor der AfD. Der Spitzenkandidat der Rechtspopulisten in Sachsen-Anhalt, Oliver Kirchner, gilt als Pragmatiker. Dabei hat der Magdeburger den rechtsextremen "Flügel" von Björn Höcke mit-gegründet. Beobachter bescheinigen ihm einen weniger krassen Wortschatz als seinem Vorgänger André Poggenburg, inhaltlich gebe es aber im "völkisch nationalistischen" Denken kaum Unterschiede.

Im Wahlkampf dreht sich viel um die Unzufriedenheit mit dem Corona-Management.

Kirchner sagt im Gespräch mit Euronews zu seinen Zielen: "Die wichtigste Frage ist, die Pandemie zu beenden und wirklich nur noch die Kranken und die Vorgeschädigten zu schützen und die anderen wieder in die Freiheit zu entlassen."

Der "Anti-Drosten" der AfD

Im Landkreis Haldensleben tritt der Augenarzt Markus Motschmann für die AfD an, manche nennen ihn den "Anti-Drosten", andere sagen, er sei ein Arzt auf Abwegen.

Corona ist mittlerweile ein Intelligenztest - und wer durchfällt wird geimpft.

Bei einem Wahlkampf-Auftritt ruft Motschmann: "Für wie blöd halten die uns eigentlich. Corona ist keine Pandemie, Corona ist mittlerweile ein Intelligenztest - und wer durchfällt wird geimpft. Und wer sich umfassend informiert, hat nicht mehr Angst vor dem Virus, der hat nur noch Angst vor der Regierung."

Die Magdeburger Volksstimme bescheinigt dem Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde am Ameos-Klinikum eine "braune Vergangenheit".

Die CDU möchte mit Ministerpräsident Reiner Haseloff weiterhin Sachsen-Anhalt regieren. In Magdeburg hofft Tobias Krull auf ein Direktmandat - er war schon als Jugendlicher politisch aktiv.

Es geht nicht um billige Polemik.

Tobias Krull möchte Sachsen-Anhalt voranbringen. Er meint: "Es geht nicht um billige Polemik und darum Forderungen vorzubringen, von denen man weiß, das sie nicht zu finanzieren sind. Es geht darum, das Land weiterzubringen - und da ist die CDU der verlässliche Partner."

Aktuell besteht die Regierungskoalition aus CDU, SPD und Grünen. Was nach der Wahl möglich sein wird, steht in den Sternen. Der MDR präsentiert die Aussichten in Form bunter Wolle und fragt, ob - nach den Flaggenfarben - eine nach Kenia, Jamaika oder Simbabwe benannte Koalition gebildet werden könnte.

Dabei wird der letzte Stimmungstest vor der Bundestagswahl auch im Ausland genau beobachtet - vor allem wegen der hohen Umfragewerte für die AfD. Und für alle politischen Parteien in Berlin wird es am Sonntagabend spannend. Die Wahl in Sachsen-Anhalt ist der letzte große Stimmungstest vor dem 26. September.