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Verpatzt? EURO 2020 und Greenpeace: Das sagt die Presse am Tag danach

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Von Euronews mit dpa
Hummels und Mbappe beim Spiel in München
Hummels und Mbappe beim Spiel in München   -   Copyright  Matthias Schrader/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Am Morgen danach sind viele in Deutschland enttäuscht über den verpatzten Auftakt der Europameisterschaft.

Ein wenig uneins darüber sind die Experten, wie gut bzw. wie schlecht das Team des scheidenden Trainers Jogi Löw gespielt hat. Viele unterstreichen, dass die deutsche Mannschaft gegen den amtierenden Weltmeister in München auf dem Platz stand und dass es schlimmer nicht mehr kommen könne.

Greenpeace-Aktion "kein Kavaliersdelikt"

Nach der missglückten Protestaktion der Umweltorganisation Greenpeace gegen EM-Sponsor VW vor dem Spiel hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Ein 38-Jähriger Mann aus Baden-Württemberg war kurz vor dem Anpfiff mit einem Motorschirm auf dem Platz in der EM-Arena gelandet und hatte im Anflug zwei Menschen verletzt. Der Pilot wurde noch im Stadion festgenommen.

In den deutschsprachigen Trends auf Twitter liegt am Morgen danach #greenpeace vorn. Für die Aktion hat sich die Umweltorganisation inzwischen entschuldigt.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte dem BR zu dem Zwischenfall: "Das wird genau behandelt, das sind klare Verstöße. Das ist kein Kavaliersdelikt." Mit dem motorisierten Gleitschirm war der Aktivist in eine Stahlseilkonstruktion am Stadiondach geraten und konnte einen Absturz in die Zuschauerränge nur knapp verhindern.

Auf dem Rasen kam Antonio Rüdiger dem abgestürzten Flieger zu Hilfe.

Den Gleitschirm-Stunt, der daneben gegangen ist, hat ein Journalist im Video festgehalten.

Frankreich dagegen jubelt: Präsident Emmanuel Macron twittert: "Les Bleus zeigen den Weg"

Die französische Sportzeitung L'EQUIPE findet, es sei beim Auftaktspiel der EM am Dienstagabend in Münschen wie 2018 gewesen, als Frankreich die WM gewann.

"Knapp vor peinlich" laut ZEIT ONLINE

Mit "Knapp vor peinlich" beschreibt ZEIT ONLINE die Leistung des DFB-Teams: "Klar, Frankreich ist der Weltmeister, aber der deutsche Fußball präsentierte sich in diesem Spiel durch die Wahl seiner Mittel kleiner, als er ist. Timo Werner kickte den Ball ins Aus und Kevin Volland schämte sich in einer Szene für einen Pass. Auch hätte Hummels bei seinem Eigentor nicht unbedingt aussehen müssen, wie von Meister Geppetto geschnitzt. Wenn Europameisterschaften wie Asterix-Hefte sind, dann waren die Deutschen an diesem Abend die Goten, die in Fraktur sprechen. Es war manchmal knapp vor peinlich."

Der Standard aus Wien titelt - doch recht gnädig : "Frankreich feiert knappes 1:0 gegen Deutschland"

Das Blatt schreibt: "Der erste große Aufreger des ersten Schlagerspiels der EM passierte schon vor dem Anpfiff. Ein Greenpeace-Aktivist schwebte mit einem Motor-Gleitschirm über dem Münchner Stadion, blieb dabei in der Kamera-Stahlseilkonstruktion hängen und geriet in schwere Turbulenzen. Nur mit größter Mühe vermied er einen Crash in die Zuschauerränge und landete auf dem Rasen.

Laut ersten Meldungen verletzte der Bruchpilot eine Beleuchterin, ein Teil seiner Ausrüstung soll Frankreich-Teamchef Didier Deschamps getroffen haben. "Das tut uns wahnsinnig leid", entschuldigte sich ein Greenpeace-Sprecher für die verunglückte Protestaktion gegen Euro-Sponsor VW. Deschamps war all das herzlich egal, immerhin sah er seine Franzosen Deutschland trotz einer doch etwas minimalistischen Leistung 1:0 besiegen."

Der Tagesspiegel meint: Das 0:1 gegen Frankreich lässt das Schlimmste befürchten

Und die Zeitung aus Berlin konstatiert: "Statistisch gesehen ist schon jetzt alles vorbei. Denn immer wenn Bundestrainer Joachim Löw mit einer Niederlage in ein großes Turnier gestartet ist, schied seine Mannschaft anschließend schon in der Vorrunde aus.Statistisch gesehen ist schon jetzt alles vorbei. Denn immer wenn Bundestrainer Joachim Löw mit einer Niederlage in ein großes Turnier gestartet ist, schied seine Mannschaft anschließend schon in der Vorrunde aus."

Die italienische Gazzetta dello Sport findet, das schönste Tor sei das von Mbappe gewesen, das wegen Abseits nicht zählte. Zu den besten Spielern zählt die Sportzeitung Rabiot und Gossens.