Eilmeldung
euronews_icons_loading
Brandkatastrophe auf Zypern

Suchtrupps haben am Sonntag in Zypern vier verkohlte Leichen in einem Bergdorf entdeckt - nach dem laut Innenminister "zerstörerischsten" Brand in der Geschichte des östlichen Mittelmeerinselnstaats.

Das Feuer, das am Samstagnachmittag außerhalb des Dorfes Arakapas begann, breitete sich bei starkem Wind schnell aus und machte die Evakuierung von mindestens acht Bergdörfern nötig, zerstörte Häuser und versengte 55 Quadratkilometer Kiefernwald und Obstplantagen.

Die Behörden gehen davon aus, dass es bei den Leichen um vier ägyptische Arbeiter handelt, die seit Samstagabend vermisst wurden.

Präsident Nicos Anastasiades nannte das Feuer "eine beispiellose Tragödie".

Anastasiades, der die vom Feuer heimgesuchten Dörfer besichtigte, versprach den Bauern und Hausbesitzern, die Ernten und Eigentum verloren haben, sowie den Familien derer, die bei dem Feuer ums Leben kamen, sofortige staatliche Hilfe.

Anastasiades sagte, das Feuer sei teilweise eingedämmt, doch starker Wind könnte sie jederzeit neu entfachen.

Laut Polizei wird ein 67-Jähriger verdächtigt, die Brände gelegt zu haben. Ein Gericht ordnete an, dass er acht Tage in Untersuchungshaft bleibt, um die Ermittlungen zur Brandursache zu nicht zu gefährden.

Das Großfeuer zwang die zyprische Regierung, Löschflugzeuge von anderen EU-Staaten und Israel anzufordern.

Feuerwehrbeamte sagten, die gesamte Abteilung sei mobilisiert worden, um das Feuer zu bekämpfen, darunter 70 Feuerwehrfahrzeuge, sieben Bulldozer und 10 Wassertanker.

Auch viele freiwillige Helfer eilten der Feuerwehr zu Hilfe.