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Auf der Suche nach dem fairen Mindestlohn

Von Aida Sanchez Alonso
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Auf der Suche nach dem fairen Mindestlohn
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Von Bukarest nach Brüssel - 2000 Kilometer, um nach einem fairen Mindestlohn zu suchen. Eine Gruppe von 13 rumänischen Arbeitern hat sich einer Karawane von Aktivisten angeschlossen, die bessere soziale Rechte und Arbeitsbedingungen europaweit fordern.

Mit nur 460 Euro monatlich hat Rumänien eines der niedrigsten Lohnniveaus in der EU. Das Land ist in einer schwierigen Situation, viele seiner Bürger verlassen es aus diesem Grund.

Die Initiative der Kommission für einen angemessenen Mindestlohn werde von der Mehrheit der Arbeiter unterstützt, denn nur so sei der Armut in Rumänien zu entkommen, sagt der Gewerkschaftsführer Bogdan Iuliu Hossan. Mehr als 4,4 Millionen Rumänen hätten ihre Heimat bereits verlassen. Ändere sich nichts, könne sich diese Zahl binnen zwei Jahren verdoppeln. Zugleich sei die verbleibende Arbeit in Rumänien auf einem nicht zu akzeptierenden niedrigen Niveau.

Im Oktober präsentierte die EU-Kommission den Vorschlag einer Direktive zu angemessenen Mindestlöhnen in Europa. Ziel ist es, dass alle europäischen Arbeiter mit ihren Löhnen eine würdevolle Existenz in Europa führen können.

Dabei geht es nicht darum, identische Mindestlöhne in der EU schaffen zu wollen. Die Diskussion wird nun im Parlament und im Rat geführt, wo das Vorhaben auf Widerstand trifft.

Er erwarte, dass die Kommission wegen der Situation in Rumänien Schritte unternehme, so Luca Visentini, Chef des europäischen Gewerkschaftsdachverbandes. Es sei nicht zu akzeptieren, dass die EU die Lage in einem Land ignoriere, in dem die Löhne zu den niedrigsten zählten, die Arbeitsbedingungen von Covid stark in Mitleidenschaft gezogen worden seien und hohe rmut herrsche. Außerdem habe die Regierung in Bukarest Maßnahmen durchgeführt, die den sozialen Dialog und Tarifverhandlungen praktisch zerstört hätten.

Die Direktive der Kommission könnte Signalwirkung für ganz Osteuropa haben. Bulgarien, Slowenien oder Ungarn haben ebenfalls niedrige Lohnniveaus.

Journalist • Stefan Grobe