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Hochwasser: 130 Tote in Deutschland, 100.000 ohne Strom, Damm gebrochen

Hochwasser: 130 Tote in Deutschland, 100.000 ohne Strom, Damm gebrochen
Copyright Michael Probst/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Von euronews
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Die Zahl der Toten in Westdeutschland liegt bei über 100: Zahlreiche Menschen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz werden nach wie vor vermisst.

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Am Freitagabend hielt der Rurdamm bei Heinsberg in Nordrhein-Westfalen den extremen Wassermassen nicht mehr Stand. Rettungskräfte begannen bei einbrechender Dunkelheit, die umliegenden Ortschaften zu evakuieren. Rund 700 Einwohner von Wassenberg mussten umgehend ihre Häuser verlassen. Wann und ob sie wieder nach Hause zurückkehren können, ist in diesen Momenten nicht klar.

Das Beispiel Rurdamm zeigt, dass die Gefahr von Unterspülungen und einstürzenden Häusern vielerorts in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz auch einen Tag nach den sintflutartigen Regenfällen nicht gebannt ist. Und dort, wo die Menschen in ihren Häusern bleiben konnten, fehlt teilweise sauberes Trinkwasser und Strom. Noch immer müssen mehr als 100.000 Menschen auf Elektrizität verzichten. Der Landkreis Ahrweiler, der mit am schlimmsten von der Flut heimgesucht wurde, wird laut der örtlichen Behörden noch wochenlang keine Gasversorgung haben.

Deutschlandweit über 130 Todesopfer

Insgesamt liegt die Zahl der Opfer in Deutschland in Folge der Überschwemmungen bei 106. Landesweit sind es in Rheinland-Pfalz mindestens 90 Tote, gaben die Behörden bekannt. Ministerpräsidentin Malu Dreyer ordnete Trauerbeflaggung an, die Landesregierung hat ein Spendenkonto eingerichtet.

Viele Menschen werden noch vermisst. In Nordrhein-Westfalen starben mindestens 43 Personen. Zudem werden Hunderte Menschen vermisst.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet sprach von einer "Flutkatastrophe historischen Ausmaßes". In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerung und Katastrophenschutz (BBK) in Bonn 23 Städte und Landkreise von Überschwemmungen betroffen. In Rheinland-Pfalz ist der Kreis Ahrweiler Schwerpunkt der Katastrophe, mindestens 362 Menschen wurden hier verletzt, wie die Polizei in Koblenz am Freitag mitteilte. Allein im Örtchen Schuld an der Ahr mit 700 Einwohnern wurden mehrere Häuser von den Wassermassen mitgerissen und zahlreiche weitere Gebäude teils schwer beschädigt. Erhebliche Schäden gab es auch in weiteren Regionen der Eifel sowie im Landkreis Trier-Saarburg.

Das Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz meldete in seinem Frühwarnsystem bis Samstagmorgen zwar für fast das ganze Bundesland eine geringe Hochwassergefährdung. In der Region rund um Altenahr sowie in Teilen der Eifel seien aber noch immer vereinzelte Überflutungen möglich. In Nordrhein-Westfalen wird mit fallenden Wasserständen gerechnet, dies werde aber teils nur langsam geschehen. Die Pegelstände bewegten sich oft noch oberhalb der Warnschwellen, etwa an Erft, Ruhr, Rur, Sieg und Weser, so das Landesumweltamt.

Mit Hochwasser haben auch Nachbarländer Deutschlands zu kämpfen. In Belgien kamen durch das Unwetter 14 Menschen ums Leben, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Mehr als 20 000 Menschen hatten zeitweise keinen Strom. In der Schweiz stiegen Flusspegel nach starken Regenfällen stark an. Im Kanton Schaffhausen überschwemmten laut Nachrichtenagentur Keystone-sda angeschwollene Bäche die Dörfer Schleitheim und Beggingen. Wassermassen flossen durch Straßen, in Keller, rissen Fahrzeuge mit und zerstörten kleinere Brücken. In den Niederlanden rissen Fluten ein Loch in den Deich eines Kanals bei Maastricht, zahlreiche Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Aufgrund der Wassermassen läuft die Rurtalsperre in der Eifel über, an der Steinbachtalsperre südlich von Euskirchen droht ein Dammbruch.

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