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Gegen "diskriminierende" Badeordnung: 6 Frauen schwimmen im Burkini

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Von Euronews mit AFP
Am Strand von Narbonne - 2015
Am Strand von Narbonne - 2015   -   Copyright  RAYMOND ROIG/AFP
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Mehrere Aktivistinnen, die der Frauengruppe "Alliance citoyenne" in Grenoble angehören, haben in einem städtischen Schwimmbad im Burkini gebadet - und damit einen kleinen Skandal ausgelöst.

Weil in öffentlichen Schwimmbädern in Frankreich nur ausgeschnittene Badeanzüge und Bikinis sowie für Männer enganliegende Badehosen erlaubt sind, versuchten die Badeaufsichtund das Personal des Schwimmbads die Frauen in Burkinis aus dem Becken zu vertreiben. Später wurde ein Teil des Schwimmbads evakuiert.

Die Frauen, die im Burkini gebadet hatten, wurden zu einer Geldstrafe verurteilt und zwei Monate lang aus dem Schwimmbad ausgeschlossen. Das teilte die Stadtverwaltung von Grenoble mit.

Nach Aussagen der Frauengruppe kamen sechs oder sieben (nach Angaben der Polizei fünf) Frauen im Burkini in das Schwimmbad Jean-Bron im Zentrum von Grenoble. Diese Aktion steht für den Streit mit dem Grünen Bürgermeister der Stadt, Éric Piolle, der bei den Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr antreten will. Piolle erlaubt ebenso wie die französische Regierung keine Burkinis oder Ganzkörper-Badeanzüge in öffentlichen Schimmbädern.

Die Gruppe hat die Aktion vom 21. Juli auch in Videos festgehalten, die in den sozialen Netzwerken geteilt wurden.

Die Aktion "verlief ruhig und ohne Gewalt", sagte Annabelle Bretton, die stellvertretende Bürgermeisterin von Grenoble, gegenüber AFP, die im Rathaus mit den Aktivistinnen gesprochen hatte.

Die Frauen von "Action citoyenne" fordern laut einer Pressemitteilung "das Recht, ihre Badekleidung zu wählen: voll bedeckt, langärmelig, kurzärmelig oder sogar oben ohne (sic)", sie empfinden die derzeitigen Regelungen als "diskriminierend" und wollen weiter dagegen protestieren.

"Seit 2018 kämpft der Zusammenschluss freier verschleierter muslimischer Frauen der ALLIANCE CITOYENNE für den Zugang zum Schwimmbad, das ja bekanntlich dem Allgemeinwohl dienen soll", schreibt das Kollektiv in einer Erklärung auf Facebook.

Sie hatten auch eine "Pool-Party" in einem Saal des Rathauses organisiert, um zu fordern, dass Éric Piolle "die Frauen ihre Badekleidung wählen lässt."

Schon im Juni 2019 hatten Frauen im selben Schwimmbad protestiert, um das Recht einzufordern, im Burkini zu schwimmen.

Am 18. Juni 2021 hatte Éric Piolle in einem Brief an den franzöischen Ministerpräsidenten Jean Castex die Regierung aufgefordert, auf nationaler Ebene zu entscheiden, ob diese Badeanzüge verboten werden sollen oder nicht.