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Hilferuf per Video: Sportlerin (24) aus Belarus will nicht nach Hause

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Von Euronews mit AFP, AP
Krystsina Tsimanouskaya (Kryszina Zimanouskaja) in Tokio
Krystsina Tsimanouskaya (Kryszina Zimanouskaja) in Tokio   -   Copyright  Petr David Josek/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Dramatische Szenen am Flughafen in Tokio. Die 24-jährige Leichtathletin Kristina Timanowskaja (auch: Zimanouskaja oder Tsimanouskaya) sagt, sie sollte gegen ihren Willen nach Belarus entführt werden. Die oppositionelle belarussische Sport-Organisation Belarusian Sport Solidarity Foundation (BSSF) spricht von einer "gewaltsamen Ausreise".

Weil sie die Sportfunktionäre kritisiert habe, seien zwei Betreuer am Sonntag in ihr Zimmer gekommen und hätten ihr gesagt, sie solle ihre Sachen packen. Dann wurde Kristina Timanowskaja zum Flughafen gebracht, die Leichtathletin hätte - statt an den weiteren Wettkämpfen teilzunehmen - in ein Flugzeug steigen und nach Belarus zurückfliegen sollen.

Eigentlich ging es bei der Kritik um Sport - nämlich darum, dass die Sprinterin in der der 400m-Staffel hätte laufen sollen, obwohl sie dafür nicht trainiert hatte. Kristina Timanowskaja meinte, Belarus habe nicht genug Sportlerinnen und Sportler nach Tokio geschickt. Indirekt kritisierte sie damit die Macht von Alexander Lukaschenko.

Die belarussische Delegation in Tokio hatte erklärt, wegen ihrer "emotional-psychischen Verfassung" werde die 24-Jährige nicht an weiteren Wettkämpfen teilnehmen.

Doch in einem Video, das das Oppositionsnetzwerk NEXTA veröffentlicht hat, bittet Kristina Timanowskaja das Internationale Olympische Komitee um Hilfe.

Zudem wendet sich die junge Frau am Flughafen Tokio an die Polizei. Und Kristina Timanowskaja meldet sich später und sagt, sie glaube, sie sei in Sicherheit.

Das IOC erklärte zunächst nur, der Fall werde untersucht.

Offenbar will Kristina Timanowskaja am Montag um Asyl in Deutschland oder in Österreich bitten.

Zuletzt hatten viele Migranten, die aus Belarus nach Litauen über die Grenze kommen, für Aufsehen und für Proteste gesorgt, weil dies als ein von der Regierung in Minsk gesteuertes Vorgehen gegen die EU gilt.