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Aufruhr durch Migrantenstrom: "Bald mehr Migranten als Einheimische"

Anwohnerproteste in Litauen an der Grenze zu Belarus
Anwohnerproteste in Litauen an der Grenze zu Belarus Copyright LNK/AP
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Von Euronews mit AP
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Die Zahl illegaler Migrantinnen und Migranten aus Belarus ist in Litauen sprunghaft in die Höhe geschnellt. Dahinter wird eine Strategie des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko vermutet. Die Empörung in der Grenzregion nimmt zu.

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**An der Grenze Litauens zu Belarus bahnt sich eine Migrationskrise an. Litauische Sicherheitskräfte nahmen binnen einer Nacht mehr als 170 Menschen aus dem Irak in Gewahrsam, die illegal die Grenze überwunden haben. **

Das ist ein Höchstwert im laufenden Jahr. Die Gesamtzahl der Migranten aus Belarus in dem Zeitraum stieg auf über 3.000.

Die Menschen in der Grenzregion befürchten das Schlimmste. Eine Frau in der Ortschaft Rudninkai beteiligte sich an einer Protestaktion von Anwohnern und Anwohnerinnen vor einer Schule, die zu einer Wohneinrichtung umgewandelt wurde. 

Sie sagte, ohne ihren Namen nennen zu wollen:_ "Sie werden uns hier nicht in Frieden leben lassen. Sie sind entschlossen, dieses kleine Dorf einzunehmen. Bald wird es mehr Migranten als Einheimische geben. Wer garantiert für die Sicherheit unserer Kinder?"_

Proteste gegen Übergangseinrichtungen

In mehreren Grenzorten und grenznahen Städten wächst der Widerstand gegen die Einrichtung und den Ausbau von Erstaufnahmeeinrichtungen. Weil mehrere von ihnen überfüllt sein, sind Menschen dort bereits in Hungerstreik getreten.

Die illegale Migration in der Region ist seit der Verhängung neuer EU-Sanktionen gegen Belarus sprunghaft angestiegen. Im vergangenen Jahr wurden in Litauen insgesamt 81 Migranten registriert. Im laufenden Monat Juli sind es bislang 2366.

**Strategie von Lukaschenko? **

Viele Menschen, aber auch Behörden in Litauen sehen dahinter ein gezieltes Vorgehen belarussischer Behörden und eine Destabilisierungsstrategie des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko. 

Die EU kritisierte die Wiederwahl Lukaschenkos vor einem Jahr als gefälscht. Außerdem bemängelt sie die Unterdrückung der Pro-Demokratiebewegung in Belarus sowie die Festnahmen mehrerer oppositioneller Aktivistinnen und Aktivisten. Viele Oppositionelle, darunter Swetlana Tichanowskaja, die gerade von Joe Biden im Weißen Haus empfangen wurde, haben sich nach Litauen abgesetzt. Deshalb wird auch Vergeltung als Motiv für die mutmaßliche Erleichterung der Grenzquerungen nicht ausgeschlossen.

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