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"Homo Ludens": Einführung in die Welt der Gamer

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Von Carlos Marlasca  & Anja Bencze
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Exponat der Ausstellung in Madrid
Exponat der Ausstellung in Madrid   -   Copyright  Euronews / "Homo Ludens", CaixaForum
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Fast ein Drittel der Weltbevölkerung sind Gamer, das heißt, sie verbringen mehrere Stunden am Tag mit Videospielen. Die Corona-Pandemie hat der Branche zusätzlichen Auftrieb gegeben.

"Bei großen Spielen ist man jetzt 80, 100 oder sogar bis zu 200 Stunden beschäftigt", sagt Michael Santorum vom spanischen Unternehmen Tequila Works, das seit gut zehn Jahren Videospiele entwickelt. "Es geht darum, in eine andere Welt einzutauchen, eine innere Welt, in der man tun kann, was man will, man kann sein ganzes Leben im Spiel verbringen.

Spielspaß mit Risiken und Nebenwirkungen

Einen guten Einblick in das Phänomen Videospiel bietet die Ausstellung "Homo Ludens" im Caixaforum in Madrid, die sich mit der Entstehung und Entwicklung dieser Unterhaltungsform beschäftigt. Auch den Risiken und Nebenwirkungen, die vom übermäßigen Spielgenuss ausgehen können.

"Die Menschen neigen dazu, sich zu isolieren. Und ich glaube, dass das manchen über den Kopf wächst", meint eine junge Ausstellungsbesucherin.

Eine andere junge Frau erklärt: "Ich persönlich habe immer die soziale Komponente von Videospielen so gut wie möglich genutzt, um Freunde zu finden, um andere Realitäten zu entdecken, von denen ich nichts wusste."

Rund 135 Milliarden Euro Umsatz weltweit

Die Ausstellung beleuchtet auch Beziehung zwischen Videospielen und Forschung und führt in die Welt der E-Sport Branche ein, die bald mehr Einnahmen generieren wird als die Champions League oder der Superbowl.

Euronews-Reporter Carlos Marlasca entdeckt gar eine gesellschaftskritische Komponente: "Das wirkliche und das virtuelle Leben verschmelzen immer mehr. Es gibt bereits Videospiele, die es einem ermöglichen, für die 'Black lives matter' Bewegung oder die Rechte der LGTBI-Community einzutreten."

Die Videospielindustrie erwirtschaftet bereits einen höheren Umsatz als die Musik- und Filmindustrie zusammen, nämlich rund 135 Milliarden Euro weltweit. Aber es gibt auch eine Kehrseite, wie die Kuratorin der Schau, Eva Marìa Nogués erläutert.

"Wir zeigen auch die Schattenseiten, was dahinter steckt, die kommerziellen Strategien, die Manipulation. Und wir zeigen auch die Ausbeutung, die in dieser Industrie stattfindet."

Die Ausstellung ist bis Ende Oktober in der spanischen Hauptstadt zu sehen.