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Gegen den Willen zwangssterilisiert - Roma-Frauen endlich entschädigt

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Von Andrea Buring  & Jiri Skacel
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Gegen den Willen zwangssterilisiert - Roma-Frauen endlich entschädigt
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Es sind etwa ein Dutzend Frauen, die sich im tschechischen Ostrava zum Teil seit vielen Jahren treffen. Sie alle teilen ein Schicksal - als Roma-Frau wurden sie zwangssterilisiert. Gegen ihren Willen.

Ein folgenreicher Eingriff, der auf ein tschechisches Gesetz aus den 1970er Jahren zurückgeht. Anhand dessen wollten die kommunistischen Behörden die Geburtenrate von Roma kontrollieren.

Betroffen in Tschechien sind Tausende Romnija, weibliche Angehörige der Roma-Minderheit. Die meisten Zwangsoperationen wurden in den 1970er und 1980er Jahren durchgeführt, aber auch nach dem Fall des Kommunismus 1989 kam es in den Nachfolgestaaten Tschechische Republik und Slowakei weiter zu Zwangssterilisationen.

Elena Gorolova lebt in Ostrava. Sie erinnert sich:

Ich lag da, voller Schmerzen, mit Medikamenten ruhiggestellt. Dann kam die Schwester mit zwei Papieren: Auf dem einen sollte ich den Namen meines neugeborenen Kindes schreiben. Das andere war eine Vollmacht zur Sterilisation.

Unmenschliche Praktiken, für die sich die tschechische Regierung 2012 zwar entschuldigte - aber fast zehn Jahre später gibt es erst Grund zum Feiern. Der jahrzehntelange Kampf der Frauengruppe für eine Entschädigung wurde vom Parlament gebilligt. Jede von ihnen erhält 12.000 Euro als Kompensation. 400 tschechische Romnija werden entschädigt.

Doch Tschechien ist nicht der einzige Staat, der an Romnija und auch Sinta - weiblichen Sinti - großes Unrecht ausgeübt hat. Im Lauf der Geschichte machten sich Ungarn, Schweden, Norwegen, Usbekistan und das Nazi-Regime schuldig.