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Truppenrückzug und Flüchtlingsaufnahme: Johnson in der Kritik

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Von  Tadhg Enright
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Truppenrückzug und Flüchtlingsaufnahme: Johnson in der Kritik
Copyright  Alberto Pezzali/AP
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Der britische Premier Boris Johnson hat davor gewarnt, die Taliban in Afghanistan vorschnell als legitime Regierung anzuerkennen. Die Islamisten würden an ihren Taten gemessen werden, nicht an ihren Worten, so Johnson bei einer Sondersitzung des Unterhauses in London.

Scharfe Kritik wegen des Truppenabzugs aus Afghanistan kam unter anderem von seiner Parteikollegin Theresa May. Johnson verteidigte sich, der Einsatz hätte ohne die USA nicht andauern können. Es sei eine Illusion zu glauben, dass auch nur einer der britischen Partner Lust auf eine weitere Militärpräsenz oder eine militärische Lösung im Rahmen der NATO habe. Diese Idee sei mit dem Ende der Kampfmission 2014 gestorben. Großbritannien werde jetzt mit den internationalen Partnern an einem gemeinsamen Plan zur Unterstützung des afghanischen Volkes und der Stabilität in der Region arbeiten.

Großbritannien will 20.000 Flüchtlinge aufnehmen

In den vergangenen Tagen haben laut Johnson 2000 Afghan:innen mit Hilfe Londons das Land verlassen. Zudem seien bisher über 300 britische Bürger:innen zurückgeführt worden.

Großbritannien versprach, bis zu 20.000 Flüchtlinge aus Afghanistan in den kommenden Jahren aufzunehmen, 5000 davon im laufenden Jahr - Mädchen und Frauen sowie gefährdete Personen hätten dabei Priorität, so Innenministerin Priti Patel in einem Interview. Bei Bedarf könnte das Kontingent erhöht werden.

Trotzdem gibt es Forderungen mehr Menschen aufzunehmen - auch aus den Reihen der Konservativen. Den Kritiker:innen der britischen Regierung gehen die Pläne nicht weit genug. Ein Regierungsabgeordneter nannte diese "völlig unzulänglich" und die Opposition sagte, die Regierung wird den Herausforderungen nicht gerecht.