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Cover-Baby (heute 30) verklagt Nirvana wegen Kinderpornografie

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Von Euronews mit Variety, afp
Schild mit einer Abbildung des verstorbenen Nirvana-Sängers Kurt Cobain
Schild mit einer Abbildung des verstorbenen Nirvana-Sängers Kurt Cobain   -   Copyright  SEBASTIEN VUAGNAT/AFP or licensors
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Das ikonische Cover des Nirvana-Albums "Nevermind" dürfte wohl jeder Musikfan kennen: ein naktes Baby und eine Dollarnote in einem Swimmingpool. Weltbekannte Hits wie "Smells Like Teen Spirit" und "Come as You Are" sind auf dem Album.

Das Baby von damals ist heute 30 Jahre alt, heißt Spencer Elden und verklagt die Band Nirvana wegen Kinderpornografie.

Argument: Dollarnote läßt Baby wie Sexarbeiter erscheinen

Das Bild auf dem Cover wurde als Kapitalismuskritik verstanden, das Baby schien begeistert auf die Dollarnote am Angelhaken zuzuschwimmen. Nicht-sexualisierte Nacktfotos von Kleinkindern gelten eigentlich nicht als Kinderpornografie im Sinne des Gesetzes.

Am Dienstag ging die Klage von Spencer Elden beim US-Bezirksgerichts von Kalifornien ein. Sein Anwalt, Robert Y. Lewis, interpretiert das Foto anders. Er argumentiert, dass es die Grenze zur Kinderpornografie überschreitet, weil die Darstellung der Dollarnote das Baby "wie ein Sexarbeiter" erscheinen ließe.

"Die Beklagten haben Spencers Kinderpornografie absichtlich kommerziell vermarktet und die schockierende Natur seines Bildes ausgenutzt, um auf seine Kosten für sich und ihre Musik zu werben", heißt es in der Klage, wie die Zeitschrift "Variety" zitiert.

Seine Eltern hatten 200 Dollar für das Foto bekommen

Die Eltern von Spencer Elden sollen am Tag des Fotoshootings 200 Dollar bekommen haben, hätten aber die Papiere unterschrieben, die eine Verwendung des Bildes erlauben.

Der Anwalt fordert mindestens 150.000 Dollar von jedem der Beklagten, zu denen die überlebenden Bandmitglieder Dave Grohl und Krist Novoselic, Courtney Love, die Nachlassverwalterin von Kurt Cobains Nachlass, Guy Oseary und Heather Parry, die Manager von Cobains Nachlass, der Fotograf Kirk Weddle, der Art Director Robert Fisher sowie eine Reihe bestehender oder aufgelöster Plattenfirmen gehören, die das Album in den letzten drei Jahrzehnten veröffentlicht oder vertrieben haben.