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Belarus: Elf Jahre Haft für Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa

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Von Euronews
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Kolesnikowa bei einer Anhörung in Minsk, Anfang August
Kolesnikowa bei einer Anhörung in Minsk, Anfang August   -   Copyright  Ramil Nasibulin/BelTA
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Die belarussische Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa ist zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Das teilte das Gericht laut belarussischen Staatsmedien am Montag in Minsk mit. Sie sei Teil einer Verschwörung zur illegalen Machtergreifung, habe sich an der Schaffung einer extremistischen Organisation beteiligt und zu staatsschädigenden Handlungen aufgerufen, hieß es.

Auch ein weiteres wichtiges Oppositionsmitglied, der Anwalt Maksim Snak, wurde aus denselben Gründen zu zehn Jahren Haft verurteilt.

2020 von KGB entführt

Kolesnikowa war vor gut einem Jahr im Zuge der Proteste gegen Machthaber Alexander Lukaschenko festgenommen worden.

Die 39-Jährige arbeitete lange als Kulturmanagerin in Stuttgart. Vor der Präsidentenwahl im August vergangenen Jahres engagierte sie sich als Managerin für den ebenfalls inhaftierten früheren Bankier Viktor Babariko. Nach der weithin als gefälscht eingeschätzten Abstimmung gab es in Belarus Massenproteste.

Die Politikerin wurde Anfang September 2020 vom Geheimdienst KGB in Minsk entführt. Als sie in die Ukraine abgeschoben werden sollte, zerriss sie kurz vor dem Grenzübergang ihren Pass und vereitelte so Pläne, sie aus dem Land zu vertreiben.

Der Prozess gegen sie begann Anfang August. Die Bundesregierung forderte immer wieder ihre Freilassung.