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Budapest: 75.000 Gläubige bei Papstmesse erwartet, ohne Test und Maske

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Von Olivia Harangozó
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Budapest: 75.000 Gläubige bei Papstmesse erwartet, ohne Test und Maske
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Die Bühne ist fast fertig auf dem Budapester Heldenplatz: Hier wird Papst Franziskus die Abschlussmesse des Internationalen Eucharistischen Kongresses zelebrieren.

Tausende von Polizeibeamten sind für die Sicherheit des Pontifex im Einsatz.

Event-Koordinatorin Nóra Téglásy sagt:

"Die Vorbereitungen laufen seit dem 23. August und wenn Sie alle Menschen mitzählen, also diejenigen die Backstage arbeiten, Fahrer, Transporter, Sicherheitsleute, offizielles Personal, sind es fast 20.000 Menschen, die an dieser Veranstaltung mitwirken."

Die Bühne, von der aus Franziskus sprechen wird, befindet sich genau an dem Ort, an dem 1938 Kardinal Pacelli, der spätere Papst Pius XII, stand, als Budapest ebenfalls Gastgeber des Eucharistischen Kongresses war. Damals hatten sich Hunderttausende im Regen versammelt. Für diesen Sonntag wird dagegen sonniges Wetter erwartet.

Die rund 75.000 Gottesdienstbesucher sind von der Nachweispflicht, gegen Corona geimpft oder genesen zu sein, befreit. Auch das Maskentragen ist kein Muss. Die Besucherbereiche werden Stunden vor der Messe um 11.30 Uhr geöffnet - das Gelände bietet Platz für 100.000 Menschen. Pompös ist die 11 Meter hohe Chor-Empore, die Platz für 2.000 Menschen bietet.

"Die Sänger - von Schulkindern bis hin zu Seniorinnen und Senioren - werden hier Platz nehmen. Es handelt sich um einen gemischten Chor, der sich aus über 80 kleinen Chören zusammensetzt, und sie haben schon vor Corona mit der Organisation begonnen - Sie werden zusammen mit dem Orchester des Opernhauses auftreten, einschließlich einer Aufführung des Te Deum von Buda", führt Nóra Téglásy aus.

Die von der Opposition regierte Hauptstadt Budapest hat in den Straßen der Stadt Plakate mit Zitaten von Franziskus über Akzeptanz und Solidarität aufgehängt. "Solidarität bedeutet nicht, die Krümel vom Tisch zu teilen, sondern Platz für alle zu schaffen", heißt es auf einem der Plakate. Die Zitate sind auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu hören.

Papst Franziskus wird bei seinem kurzen Besuch auch mit Ungarns Regierungschef Viktór Orbán zusammenkommen. Die Solidaritätsbekundungen von Papst Franziskus für sozial Schwache und Flüchtlinge und seiner Ablehnung eines "geschlossenen und aggressiven Nationalismus" hatte in Ungarn zu politischen Auseinandersetzungen geführt. Mehrere regierungsnahe Medien kritisierten den Pontifex für seine Äußerungen, die im krassen Gegensatz zur Haltung des Ministerpräsidenten stehen, der argumentiert, dass sie die christlichen Werte Europas bedrohen.

54 Prozent der Ungarn bekennen sich zum Christentum, 39 % von ihnen sind katholisch, der Rest protestantisch, und das Land ist im Allgemeinen eines der am wenigsten religiösen in Europa.