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Mehr als 100.000 Katalanen fordern Unabhängigkeit von Spanien

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Von Euronews mit dpa
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In Barcelona haben Zehntausende für die Unabhängigkeit Kataloniens demonstriert. Die Proteste finden wenige Tage vor erneuten Gesprächen zwischen Spaniens Zentralregierung und der katalanischen Regionalregierung satt.

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In Barcelona haben Zehntausende für die Unabhängigkeit Kataloniens demonstriert. Die Proteste finden wenige Tage vor erneuten Gesprächen zwischen Spaniens Zentralregierung und der katalanischen Regionalregierung satt.

Nach Angaben der separatistischen Bürgerbewegung Katalanische Nationalversammlung (ANC), die jedes Jahr am katalanischen Nationalfeiertag Diada zu dem Marsch aufruft, beteiligten sich etwa 400.000 Menschen.

Die Polizei schätzte die Zahl hingegen nur auf 108.000 und damit deutlich weniger als in den Jahren vor der Corona-Pandemie, als zum Teil mehr als eine Million Menschen teilnahmen. Auf ihrem Höhepunkt im Jahr 2014 brachte die jährliche Demonstration schätzungsweise 1,8 Millionen Menschen auf die Straße.

Sprecher der Separatisten bekräftigen ihre Forderung nach Selbstbestimmung. Sie wollen die Unabhängigkeit und Abspaltung ihrer Region von Spanien.

In wenigen Tagen finden erneut Gespräche zwischen Spaniens Zentralregierung und der katalanischen Regionalregierung satt. Die Zentralregierung will höchstens mehr Autonomie zugestehen. Dass Spaniens sozialistischer Regierungschef Pedro Sánchez einem Referendum über die Unabhängigkeit zustimmt, gilt als höchst unwahrscheinlich. Zudem erlaubt die spanische Verfassung eine solche Volksbefragung nicht.

Die Bevölkerung Kataloniens ist gespalten. Etwa die Hälfte will Umfragen zufolge die Unabhängigkeit, die andere nicht.

Die Diada wird jedes Jahr am 11. September begangen. Eher ungewöhnlich wird dabei eine Niederlage gefeiert: An diesem Tag wurde 1714 Barcelona von den Truppen des spanischen Königs Philipp V. erobert, nachdem die Katalanen im Spanischen Erbfolgekrieg dessen Gegenspieler unterstützt hatten. Katalonien verlor damit seine Selbstverwaltung.

Am 1. Oktober 2017 hatten die Separatisten eigenmächtig ein Referendum organisiert. In der Folge wurde Katalonien zeitweise unter direkte Verwaltung der Zentrale gestellt. Der damalige Regionalregierungschef Carles Puigdemont und einige Mitstreiter flohen ins Ausland. Andere Separatisten wurden zu langer Haft verurteilt, im Juni allerdings begnadigt.

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