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Wegen leerer Regale: London verschiebt Einfuhrkontrollen für EU-Waren

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Von Euronews mit DPA /AP
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Leerer Supermarkt in Manchester
Leerer Supermarkt in Manchester   -   Copyright  Jon Super/Jon Super
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Eigentlich hätten sie schon am 1. Oktober in Kraft treten sollen, doch nun hat Großbritannien Einfuhrkontrollen auf Lebensmittel- und Agrarprodukte aus der EU verschoben - und zwar um mehrere Monate.

Die britische Regierung macht Versorgungsengpässe infolge von Corona und Brexit dafür verantwortlich. Die Pandemie habe langfristigere Auswirkungen auf Unternehmen sowohl im Vereinigten Königreich als auch in der EU gehabt, als viele Beobachter noch im März erwartet hätten, so der britische Brexit-Beauftragte David Frost.

Wegen Covid und Brexit unter Druck

Auch die globalen Versorgungsketten stünden unter Druck aufgrund einer Vielzahl von Faktoren, darunter die Pandemie und steigenden Kosten im weltweiten Güterverkehr. Dieser Druck sei besonders im Agrar- und Ernährungssektor zu spüren.

Man wolle den Unternehmen die Möglichkeit geben, sich auf die Erholung von der Pandemie zu konzentrieren, anstatt sich mit neuen Anforderungen an der Grenze auseinandersetzen zu müssen.

Wirtschaftsvertreter reagieren irritiert auf den Aufschub. Man habe viel Geld investiert, um pünktlich zum 1. Oktober gerüstet zu sein, kritisierte etwas der Verband der Lebensmittel- und Getränkehersteller FDF.

Nicht geng LKW-Fahrer

Ein weiterer Grund für die Liferengpässe ist der Mangel an LKW-Fahrern - ebenfalls eine Brexit-Folge. Das Vereinigte Königreich könnte nach Meinung von Experten mit dauerhaften Engpässen konfrontiert sein.

Eigentlich sollten die britischen Grenzkontrollen vom 1. Januar 2022 an greifen, ein Jahr nach dem Austritt Großbritanniens aus EU-Zollunion und Binnenmarkt.

Einige Lebensmittel sollten bereits vom 1. Oktober an kontrolliert werden. Die EU hatte bereits Anfang dieses Jahres umfassende Kontrollen für britische Waren eingeführt. Dadurch kommt es immer wieder zu Verzögerungen.

Erst vor Kurzem hatte Großbritannien einseitig die Anwendung von Brexit-Regeln für den Handel zwischen Nordirland und dem Rest des Landes aufgeschoben.