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Keine Lizenz zum Fischen: Französische Fischer verzweifeln

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Von Euronews  mit AFP / DPA
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Keine Lizenz zum Fischen: Französische Fischer verzweifeln
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Während der Streit zwischen Frankreich und Großbritannien um die Fischereirechte im Ärmelkanal neu aufflammt, sind sie die Leidtragenden: die Männer und Frauen, die vom Fischfang leben.

Im französischen Boulogne-sur-Mer kann niemand verstehen, warum nur 12 von 47 angefragten Fischereilizenzen von den britischen Behörden genehmigt wurden.

Auf dem Trockenen

Jean Marie Baheu befürchtet, dass er mit seinem Kutter auf dem Trockenen bleibt. "Ich habe meine Lizenz bereits im Januar beantragt samt Vorgeschichte. Wir haben alle Nachweise, die uns zur Verfügung standen, vorgelegt. Aber es hat nichts genutzt."

Das von der Europäischen Union ausgehandelte Post-Brexit-Abkommen sieht vor, dass europäische Fischer weiterhin in britische Hoheitsgewässer fahren dürfen, wenn sie nachweisen können, dass sie schon vorher dort gefischt hatten.

London sowie die halbautonomen Kanalinseln Jersey und Guernsey haben jedoch nicht alle von französischen Schiffen beantragten Lizenzen genehmigt, was erneut zu großen Spannungen führt.

Nur 100 von 175 angefragten Lizenzen erteilt

Die französische Regierung ist entrüstet. Offiziell seien von 175 für französische Fischer zum Fischen in britischen Gewässern beantragten Lizenzen erst 100 erteilt worden.

Die französische Meeresministerin Annick Girardin sprach von einem "neuen Fußtritt der Briten" und appellierte an die europäische Solidarität. "I want the licences back", sagte Giradin in Anspielung auf die Forderung der früherer britischen Premierministerin Margret Thatcher auf Rückzahlung von EU-Beiträgen ("I want my money back").

In Brüssel ist man um eine Lösung bemüht. Doch auch der für Fischerei zuständige EU-Kommissar Virginijus Sinkevičius erklärt, er habe keine Ahnung, auf welcher Grundlage die britischen Entscheidungen getroffen werden.

"I want the licences back"

"Wir wissen noch nicht, welche Informationen gefehlt haben, weil wir im Prinzip alles geliefert haben, was uns zur Verfügung stand. Und wenn etwas fehlen sollte, werden wir natürlich eng mit den französischen Behörden zusammenarbeiten um diese Dokumente so schnell wie möglich nachzureichen."

Paris betrachtet das Vorgehen Großbritanniens als Verstoß gegen das Post-Brexit-Abkommen und droht mit "Vergeltungsmaßnahmen", sollte man auf britischer Seite nicht schleunigst einen Lösungsvorschlag machen.