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Nase voll in Skopje - Nordmazedonien hadert mit stockendem EU-Beitritt

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Von Borjan Jovanowski
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Nase voll in Skopje - Nordmazedonien hadert mit stockendem EU-Beitritt
Copyright  Virginia Mayo/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.

Wann ist der Termin für den Termin? Das ist die Aussage eines Grafittis im Zentrum von Skopje. Ein Seitenhieb auf den noch ausstehenden Beginn der EU-Beitrittsgespräche zwischen Brüssel und Nordmazedonien. Ein ganzes Land befindet sich im Wartestand. Enttäuschung macht sich breit.

Die Bedingung einer Namensänderung und damit der Beilegung eines jahrzehntealten Streits mit Nachbar und EU-Mitglied Griechenland hatte Nordmazedonien zuletzt erfüllt. Die EU-Staaten hatten danach einen Beitritt in Aussicht gestellt.

Doch bisher wurden. Versuche die Verhandlungen zu eröffnen, blockiert. Erst von Frankreich, das den Beitrittprozess reformieren will, dann von Bulgarien, das die historische und kulturelle Identität der Nordmazedonier in Zweifel zog.

Brüssel büßt Glaubwürdigkeit ein

Viele Nordmazedonier fühlen sich hingehalten, denn am Status quo hat sich seit dem Jahr 2005 nichts geändert. Damals wurde das Land offizieller Beitrittskandidat. Brüssel hat an Glaubwürdigkeit verloren.

"Die Skeptiker gegenüber der EU und der NATO werde immer lauter. Bei den vergangenen zwei Wahlen haben sie von der Stimmung im Land proftiert", so Ilija Dzugumanow vom Euro-Atlantischen Partnerschaftsrat.

"Ist die EU noch Kraft des Guten?"

Nikola Dimitrow ist Vizeregierungschef und verantwortlich für europäische Integration und der Öffentlichkeit als Verfechter eines pro-europäischen Kurses bekannt:

"Wenn die EU ihren vollmundigen Versprechungen keine Taten folgen lässt, was ist dann die Lehre daraus für Belgrad und Pristina? Und welche für Bosnien Herzegowina? Wenn wir die Probleme auf dem Balkan lösen wollen, dann brauchen wir die EU im Rücken. Und eben das können wir hier bezweifeln, denn es bewegt sich nichts. Wir müssen bezweifeln, dass die EU noch als Kraft des Guten gelten kann."

Euronews-Reporter Borjan Jovanowski fasst zusammen:

"Das Land hat sich von Mazedonien in Nordmazedonien verwandelt, um von der EU aufgenommen zu werden. Aber nach mehreren leeren Versprechungen, hat man die Vorsilbe Nord, schon fast wieder vergessen."