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Gazprom: EU ist selbst schuld an Gaskrise

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Von Valerii Nozhin
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Gazprom: EU ist selbst schuld an Gaskrise
Copyright  Stefan Sauer/dpa (via AP)

Die Vorräte in Europas Gasspeichern schrumpfen bedrohlich. Hier im Westen wird Russland verantwortlich gemacht, aus politischen Gründen seien die Liefermengen in die EU verknappt worden, insbesondere in den Lieferkorridoren durch die Ukraine und Polen. Russland wehrt sich gegen die Vorwürfe des Taktierens und macht Europa selbst für Gasknappheit und explodierende Energiepreise verantwortlich. 

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte bei seiner jährlichen Pressekonferenz darauf verwiesen, dass Deutschland bereits seit einigen Tagen die Jamal-Europa-Pipeline für Rückwärtslieferungen nach Polen nutze. Diese Rückwärtsbewegung von Gas nach Polen schließe die Lieferungen durch die Jamal-Pipeline nach Deutschland aus, hieß es.

Nach den vorliegenden Daten fließt Gas von Deutschland zurück nach Polen und offenbar auch in die Ukraine.
Sergey Kupriyanov
Gazprom Repräsentant

Kupriyanov weiter: "Es kommt aus den unterirdischen Speichern in Deutschland, wo schon knapp die Hälfte entnommen worden sind, obwohl der Winter gerade erst begonnen hat. Über die Kosten solcher Rücklieferungen will ich gar nicht reden. Die Preise sind deutlich höher als die für die von Gazprom angebotenen Vertragsmengen. Fazit: Die Probleme in Westeuropa sind hausgemacht, es gibt keinen Grund, Gazprom verantwortlich zu machen."

Warum liefert Russland nicht mehr und lässt sich Gewinne entgehen?

Die große Frage ist, warum sich Russland angesichts der extrem hohen Preise erhebliche Profite, die es durch Mehrlieferungen erzielen könnte, entgehen lässt. 

Pipelinekapazitäten für Lieferungen nach Europa gäbe es angeblich genug, aus westlicher Sicht nutzt Russland die Gasknappheit als politisches Druckmittel, um die Inbetriebnahme der NordStream 2 Pipeline durchzusetzen. 

Russland hat signalisiert, durch Nord Stream 2 könne der Engpass schnell aus der Welt sein. Allerdings sind die Transportkapazitäten durch die Ukraine und Polen nicht einmal annähernd ausgelastet, sie liegen rund die Hälfte unter dem Machbaren.  

Zudem bevorzugt Russland langfristige Lieferverträge, durch die Knappheit könnte Russland europäische abnehmer "überzeugen" wollen, langfristige Lieferverträge zu fixen Preisen abzuschließen.