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England: "Leben mit Covid" - aber ohne Corona-Gesetze

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Von su  mit dpa
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England: "Leben mit Covid" - aber ohne Corona-Gesetze
Copyright  Tolga Akmen/AP

Als Teil seines Plans für ein "Leben mit Covid" hebt der britische Premierminister Boris Johnson die letzten staatlichen Corona-Regeln in England auf. Dazu gehört vor allem, dass sich vom 24. Februar an Menschen nach einem positiven Corona-Test nicht mehr isolieren müssen. Die Regierung setze darauf, dass sich Infizierte in Selbstverantwortung wie Menschen mit einer Erkältung verhalten, sagte Johnson. "Lassen Sie uns lernen, mit diesem Virus zu leben und uns und andere weiterhin schützen, ohne unsere Freiheiten einzuschränken."

Boris Johnson, britischer Premierminister:

"In England werden wir alle verbleibenden gesetzlichen Beschränkungen aufheben. Ab diesem Donnerstag ist es nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben, sich selbst zu isolieren, wenn Sie positiv getestet werden. Daher werden wir auch die Bereitstellung von Zahlungen zur Unterstützung der Selbstisolation beenden, gesetzliches Krankengeld kann noch einen Monat lang beantragt werden."

Zwar sei die Pandemie noch nicht vorbei und neue Virusvarianten seien nicht auszuschließen, so Johnson. Vom 1. April an würden kostenlose Tests aber nur noch für die am stärksten Gefährdeten bereitgestellt. Alle anderen müssten bezahlen.

In der vergangenen Woche hatte das Statistikamt (Office for National Statistics, ONS) geschätzt, dass inzwischen jeder 20. in England Covid hatte. Aktuellster Fall: Königin Elizabeth II (95).

Während England als eine der ersten Nationen alle gesetzlichen Beschränkungen abschafft, gibt es europaweit eine Welle von Teillockerungen.

BELGIEN

In Belgien fällt die Maskenpflicht für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren und in Lille in Nordfrankreich können die Kinder nach den Ferien ohne Masken zur Schule gehen.

BULGARIEN

Und in Bulgarien kann man ab Mitte März ohne das obligatorische „grüne Corona-Zertifikat“ in Restaurants, Einkaufszentren und andere öffentliche Einrichtungen.

ÖSTERREICH

Auch Österreich lockert seine Einreisebestimmungen. Ab Dienstag gilt beim Grenzübertritt wieder die 3G-Regel. Damit können auch Ungeimpfte wieder ins Land kommen, sofern sie einen negativen Test vorweisen. Für die Tourismusbranche ist das ein wichtiger Schritt, um im Rest der Wintersaison noch möglichst viele Gäste empfangen zu können, nicht zuletzt aus Deutschland. Vom 5. März an sollen in Österreich praktisch alle Corona-Beschränkungen fallen.

DEUTSCHLAND

Aber: “Man darf niemals ein negatives Ergebnis als Freifahrtschein nehmen”, warnt der Münchner Virologe Oliver Keppler in Deutschland. Sein Team hat die Leistungsfähigkeit von neun handelsüblichen Antigen-Schnelltests für die Erkennung einer Infektion mit der Omikron- oder der Delta-Variante untersucht: Acht der vom Paul-Ehrlich-Institut bereits für frühere Varianten des Virus geprüfte Tests wiesen eine Omikron-Infektion schlechter nach als eine Delta-Infektion, so die Studie, die im Fachmagazin “Medical Microbiology and Immunology” veröffentlicht wurde. Keppler: Gerade in der Omikron-Welle seien weiter Vorsichtsmaßnahmen wie das Abstandhalten und das Tragen von Masken wichtig, um andere und sich zu schützen.

Experten gehen von einer hohen Zahl von Fällen aus, die in den Daten des Robert-Koch-Instituts
(RKI) nicht erfasst sind. Testkapazitäten und Gesundheitsämter sind demnach vielerorts am Limit, Kontakte werden nur noch eingeschränkt nachverfolgt. Zudem dürfte es eine größere Zahl von
Menschen geben, die ihre Infektion nicht mehr über einen PCR-Test bestätigen lassen – die Infektion fließt damit nicht in die offizielle Statistik ein.

ITALIEN

Gleichzeitig denken in Italien viele an einen zweiten Jahrestag – 2020 hatte das Land als erstes außerhalb Asiens lokal übertragene Coronavirus-Infektionen bestätigt. Seither hat Italien 153.000 Menschen verloren – eine ganze Stadt wie Ravenna in Norditalien.

su mit dpa