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Covid-19 nicht mehr so schlimm? Und können wir die Corona-Masken fallen lassen?

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Von Euronews  mit AFP, AP
Menschen mit und ohne Maske in Essen in Deutschland
Menschen mit und ohne Maske in Essen in Deutschland   -   Copyright  Martin Meissner/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.

In Österreich - wo lange eine strenge FFP2-Maskenpflicht galt - dürfen die Leute (auch indem sie schnell aus Deutschland über die Grenze reisen) jetzt wieder ohne Maske und ohne Nachweis-Pflicht (also auch ungeimpft) in die Nachtclubs.

Und das bei einer 7-Tage-Inzidenz von 2.351,9 (Stand 5.3.2022).

Nur in Wien gibt es strengere Regeln. In den anderen österreichischen Bundesländern braucht es die Maske nur noch im Supermarkt, in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen und in den öffentlichen Verkehrsmitteln.

In den sozialen Medien berichten viele vom Skifahren und vom Restaurant-Besuch ohne Maske.

In Deutschland ist die 7-Tage-Inzidenz an diesem Sonntag den vierten Tag in Folge gestiegen und liegt jetzt bei 1231.1. Das Robert Koch-Institut verweist in seinem Wochenbericht darauf, dass die Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 - 19 Jahren mit Werten um 2.000 COVID-19-Fällen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern am höchsten ist. Bei über 65-Jährigen steht laut RKI "der Scheitelpunkt der Welle noch bevor".

Befürchtet wird eine weiterhin hohe Zahl von Todesfällen wegen Covid-19. Expertinnen und Experten warnen zudem vor immer mehr Fällen von Long Covid. Auch wenn die Omikron-Variante weniger schlimme Krankheitsverläufe auslöst.

Steigende Infektionen wurden in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und SchleswigHolstein festgestellt.

"Wir müssen mit einer Sommerwelle rechnen"

Im Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe - mit Maske - sagt Gesundheitsminister Karl Lauterbach: "Ich teile die Sorge vieler Wissenschaftler: Wir müssen mit einer Sommerwelle rechnen. Sowohl die Delta- wie auch die Omikron-Variante sind so infektiös, dass es selbst bei gutem Wetter durch viele Kontakte und den nachlassenden Impfschutz wieder zu steigenden Infektionszahlen kommen könnte, wenn es gar keine Einschränkungen mehr gäbe."

Der deutsche Gesundheitsminister erklärt auch zum Krieg in der Ukraine: "Zusammen mit dem Auswärtigen Amt, dem Innen- und dem Verteidigungsministerium organisieren wir deswegen die Versorgung von Kriegsverletzten und von Patientinnen und Patienten, die in der Ukraine nicht mehr behandelt werden können."

Blogger @elhotzo twittert ironisch: "es ist sehr wichtig, dass die Clubs wieder aufmachen, die Welt braucht jetzt besoffene Typen, die sich im Raucherbereich gegenseitig die Lage der Welt erklären"

Coronavirus-Experte Christian Drosten sagt im Interview mit dem BR, das Tragen von FFP2-Masken in Innenräumen sei auf lange Sicht "die effizienteste Maßnahme überhaupt".

Aufhebung der Maskenpflicht in Innenräumen politisch motiviert

Die Virologin Isabella Eckerle sieht das genauso. Sie meint: "Die Aufhebung der Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen ist eine politisch motivierte Entscheidung, die sich nicht auf Wissenschaft und öffentliche Gesundheit stützt. #SARSCoV2 #COVID19 verschwindet nicht, nur weil wir die sichtbaren Erinnerungen an diese #Pandemie loswerden. Seien Sie klug, bleiben Sie maskiert, um sich und andere zu schützen."

Isabella Eckerle ist an der Uniklinik Genf tätig und lebt dort. Sie schreibt Anfang März auf Twitter: "Es ist beeindruckend, wie viel #COVID19-Husten man in Genf im Moment hören kann. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Menschen an einem einzigen Tag mit demselben trockenen Husten gehört. Man hört es überall: am Krankenhauseingang, in der Cafeteria, bei der Arbeit, auf der Straße."

In der Schweiz gilt die Maskenpflicht nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln und in den öffentlich zugänglichen Innenräumen von Spitälern und Kliniken sowie von Alten- und Pflegeheimen. Die Schweizer 7-Tage-Inzidenz liegt bei 1.438,2 (Stand 06.03.2022).

In Frankreich sind die Infektionszahlen in den vergangenen Wochen konstant zurückgegangen. Doch die Lockerungen der Corona-Regeln ab dem 14. März gelten auch als ein Teil das Wahlkampfs von Präsident Emmanuel Macron, der im April wiedergewählt werden möchte.