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Selenskyj: "Von Mariupol ist nichts mehr übrig"

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Von Euronews  mit dpa, afp
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Selenskyj: "Von Mariupol ist nichts mehr übrig"
Copyright  AP/Satellite image ©2022 Maxar Technologies

Der Flughafen von Mariupol in der Ukraine gleicht einer Trümmerlandschaft - wie die meisten Gebäude der Hafenstadt. Mariupol steht weiter unter massivem Beschuss. Gerade als Zivilisten die Stadt verlassen sollten, gab es laut der Stadtverwaltung besonders zerstörerische Luftangriffe.

100.000 Menschen in Mariupol "gefangen"

Die Behörden meldeten den Einschlag zweier „extrem starker Bomben“. Sie seien explodiert, als gerade Zivilisten evakuiert werden sollten. "Es ist klar, dass die Belagerer sich nicht für die Stadt interessieren, sie wollen sie auslöschen, zu Asche reduzieren", erklärte die Stadtverwaltung.

Rund 100.000 Menschen harren noch in Mariupol aus. Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte erneut eine Waffenruhe, damit sie die Stadt sicher verlassen können. Den russischen Streitkräften warf er vor, Fluchtrouten zu beschießen und die Menschen bewusst unter katastrophalen Umständen in Mariupol gefangen zu halten. "Von Mariupol ist nichts mehr übrig", sagte der Präsident im Fernsehen.

„Eine apokalyptische Höllenlandschaft, überall Leichen und Trümmer“ – so beschreibt die NGO Human Rights Watch die Lage in Mariupol. Die ukrainische Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktowa erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, was momentan in Mariupol passiere, sei mehr als Krieg, es sei Völkermord. 

Selbst auf Kriegsschauplätzen herrschten noch einige Regeln, aber in Mariupol herrsche vollkommene Regellosigkeit. "Mariupol ist eine Geiselstadt, die nicht mehr mit Lebensmitteln, Wasser und Strom versorgt werden kann. Und Russland weiß genau, was es hier tut", so Wenediktowa.

In der besetzten Stadt Cherson lösten russische Truppen am Montag eine friedliche Demonstration durch Schüsse, Blendgranaten und Tränengas auf... Das berichten die ukrainischen Behörden. Cherson war die erste Stadt, die in die Hände der russischen Armee fiel.

Schwere Kämpfe im Osten, Papst als Vermittler?

Die Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien zeigen noch keine konkreten Ergebnisse, doch Kiew spricht immerhin von „kleinen Fortschritten“. Selenskyj schlug Papst Franziskus als Vermittler vor und lud ihn nach Kiew ein.

Doch noch scheint eine Einigung in weiter Ferne. Zuletzt meldete das ukrainische Militär neue Kämpfen um die Stadt Charkiw im Osten des Landes. Schwierig sei die Lage auch im rund 100 Kilometer entfernten Isjum. Zu der Stadt gebe es keine Verbindung mehr.