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Selenskyj vor französischem Parlament: "Manche wollen lieber sterben"

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Von Euronews
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Wolodymyr Selenskyj in einer Videoschalte vor dem japanischen Parlament am 23.03.2022
Wolodymyr Selenskyj in einer Videoschalte vor dem japanischen Parlament am 23.03.2022   -   Copyright  Behrouz Mehri/AFP or licensors

**Einen Monat nach Kiregsbeginnen hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Mittwoch per Videoschalte an das japanische und später an das französische Parlament in Paris gerichtet. Sehen Sie oben oder weiter unten die Rede von Wolodymyr Selenskyj in Paris. **

Selenskyj informierte die Abgeordneten beider Parlamentskammern über die Lage in dem Kriegsland und forderte, wie auch bereits bei seinen Reden vor den Parlamenten anderer Länder, um ein härteres Vorgehen gegen Russland.

Der ukrainische Präsident hat in seiner Rede unter anderem um mehr Waffen gebeten. "Europa hat solche Szenen seit 80 Jahren nicht mehr gesehen", sagte Selenskyj vor den Parlamentariern. Und unter den Menschen in der Ukraine seien auch manche, die lieber sterben wollten. Der Präsident erzählte von einer verwundeten Frau, die zu den Sanitätern sagte, sie sollten ihr nicht helfen und sie sterben lassen.

Außerdem appellierte er an französische Firmen, Russland zu verlassen und damit aufzuhören, einen Krieg zu finanzieren. Die Ukraine erwarte zudem, dass noch während der französischen Ratspräsidentschaft in der EU eine Entscheidung über ihren Beitrittsantrag falle. Selenskyj sprach von einer historischen Entscheidung zu einem historischen Moment. Frankreich hat noch bis Ende Juni die Ratspräsidentschaft inne.

Selenskyj hatte sich in den vergangenen Tagen bereits an mehrere Parlamente in verschiedenen Ländern gewandt. Er sprach unter anderem vor dem US-Kongress, dem britischen Unterhaus, dem israelischen Parlament, dem Europaparlament und dem Bundestag.

Am Dienstag hatte er in einer Videoansprache im italienischen Parlament zu harten Maßnahmen gegen russische Oligarchen aufgerufen und vor einer neuen Flüchtlingskrise gewarnt. Russen dürften gar nicht mehr in Länder der EU einreisen dürfen, hatte Selenskyj gefordert.

NATO will Materialen gegen nukleare Angriffe liefern

Ebenfalls am Mittwoch findet ein Ministertreffen der Nato-Mitgliedstaaten statt. Bei einer Pressekonferenz vor dem Krisengipfel hat der Chef des Bündnis, Jens Stoltenberg, Hilfe für die Ukraine angekündigt, die auch Materialien beinhalten soll, die das Land gegen chemische, biologische und sogar nukleare Angriffe schützen soll.

Weitere Details gab der Norweger nicht bekannt. Das Gipfeltreffen soll den ganzen Mittwoch andauern. Für morgen, Donnerstag, wird eine Ankündigung erwartet.