Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

UN-Generalsekretär Guterres zum Krieg in der Ukraine: "Give Peace a Chance"

Access to the comments Kommentare
Von su  mit dpa, AP, AFP
euronews_icons_loading
UN-Generalsekretär Guterres zum Krieg in der Ukraine: "Give Peace a Chance"
Copyright  Richard Drew/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved

„Nicht gewinnbar“ hat UN-Generalsekretär António Guterres die russische Invasion in der Ukraine genannt, mit einem Appell, sofort über ein Ende des Krieges zu verhandeln. Laut UN haben mehr als 10 Millionen Ukrainer ihre Heimat verlassen, die Zahl der 953 bestätigten toten Zivilisten sei vermutlich viel zu niedrig angesetzt. Meldungen von fast 10.000 russischen Gefallenen („Komsomolskaya Pravda", "FR”) verschwanden schnell wieder von der Bildfläche.

Und schließlich appellierte Guterres mit einer Zeile von John Lennon an den bekennenden Beatles-Fan Wladimir Putin: „Give Peace a Chance“ (1969).

UN

António Guterres, ­UN-Generalsekretär:

„Die Fortsetzung des Krieges in der Ukraine ist moralisch inakzeptabel, politisch nicht vertretbar und militärisch unsinnig. Was ich vor fast einem Monat von diesem Podium aus gesagt habe, sollte heute noch deutlicher werden. In jedem Fall – selbst bei der klügsten Berechnung - ist es an der Zeit, den Krieg zu stoppen und - gebt dem Frieden eine Chance. Es ist an der Zeit, diesen absurden Krieg zu beenden.“

"Der rasante Beat von „Back in the U.S.S.R“ folgt den Spuren von Paul McCartney durch die Korridore des Kremls. Ende Mai 2003 wurde der Beatles-Frontmann von Präsident Wladimir Putin in den Grand Kremlin Palace, den russischen Präsidentenpalast, eingeladen."

Seelenmassage auch von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron, der erneut mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin telefonierte - gleichzeitig kündigte Frankreichs Treibstoff-Multi TotalEnergies an, bis Ende 2022 kein russisches Öl mehr zu kaufen.

EU

Und auch die EU will die Energieeinkäufe in Russland einschränken, sogar ein vollständiges (zumindest Öl-)Embargo - undenkbar vor wenigen Wochen - wird immer offener diskutiert. Brüssel bereitet sich vor auf den Besuch von US-Präsident Joe Biden, mit Gipfeltreffen von EU, G7 und NATO. Nach Darstellung des Weißen Hauses sollen dort weitere Sanktionen gegen Russland angekündigt werden.

EU-ParlamentspräsidentinRoberta Metsola sagte in Berlin:

„Die Position des Europäischen Parlaments war von Anfang an sehr klar, dass wir von Russland unabhängig werden müssen, und das muss unser ultimatives Ziel sein. Wir kaufen unsere Energie von unseren Freunden und nicht von unseren Feinden und finanzieren damit jeden Tag indirekt diesen Krieg.“

TÜRKEI, NIEDERLANDE

Und während eines Türkei-Besuchs bearbeitete der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte die Gastgeber: Seiner Regierung wäre es lieber, wenn sich die Türkei den Sanktionen gegen Russland anschließen würde, sagte er während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Die Türkei hatte den russischen Einmarsch in die Ukraine als inakzeptabel kritisiert, sich aber auch verpflichtet, ihre engen Beziehungen sowohl zu Moskau als auch zu Kiew aufrechtzuerhalten und gleichzeitig zu versuchen, zwischen den beiden Seiten zu vermitteln.

Sie hat die türkische Meerenge am Eingang des Schwarzen Meeres für einige russische Kriegsschiffe gesperrt, verhängte jedoch keine Sanktionen gegen Russland.

Erdogan sagte: „Wir sind bereit, jede mögliche Unterstützung auf dem Weg zu einem Waffenstillstand und dauerhaften Frieden zu leisten. Wir sind uns der schwierigen Bedingungen bewusst. Aber wir werden unsere aufrichtigen Bemühungen fortsetzen, die Diplomatie als einzigen Ausweg sehen.“

Es war der erste Besuch von Rutte in der Türkei seit einem diplomatischen Streit im Jahr 2017, als die Niederlande hochrangigen türkischen Regierungsbeamten die Abhaltung von Wahlkampfkundgebungen untersagten, um dort die Stimmen der türkischen Staatsangehörigen zu gewinnen, und Erdogan die niederländische Regierung als „Nazi-Überreste“ bezeichnete.

Mark Rutte, niederländischer Ministerpräsident:

„Ja, natürlich wären wir sehr dafür, dass die Türkei alle Sanktionen (gegen Russland) umsetzt, aber ich meine, wir müssen auch zufrieden sein, dass die Türkei diplomatisch und per Führungsrolle versucht, den Konflikt zu beenden."

PS: Der Lieblingssong des bekennenden Beatles-Fans Wladimir Putin ist gar nicht „Back in the USSR“ - sondern „Yesterday“.

su mit AP, AFP, dpa