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Ukraine erobert Irpin zurück - Gespräche mit Russland in Istanbul

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Von Euronews  mit dpa, AP
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Ukraine erobert Irpin zurück - Gespräche mit Russland in Istanbul
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Unterhändler aus Russland und der Ukraine sind für eine neue Gesprächsrunde in Istanbul. Die Verhandlungen gestalten sich mehr als vier Wochen nach Kriegsbeginn als schwierig. Kiew will den Abzug russischer Truppen und Sicherheitsgarantien. Moskau fordert einen Nato-Verzicht der Ukraine und eine Anerkennung der Krim als Teil Russlands und der Separatistengebiete im Donbas als eigene Staaten.

Wird Kiew keine Zugeständnisse machen?

Weil die russische Invasion ins Stocken geraten scheint, wird Kiew vermutlich keine Zugeständnisse machen. Selenskyj zufolge wurden die russischen Einheiten aus der wochenlang umkämpften Stadt Irpin bei Kiew zurückgeschlagen.

Doch Vermittler und NATO-Land Türkei zeigt sich optimistisch. "Ich kann sagen, dass die Telefongespräche, die wir mit den Präsidenten Putin und Selenskyj führen, in eine positive Richtung gehen", sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan gestern.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow äußerte sich weniger optimistisch. Es wies die Idee eines persönlichen Treffens zwischen Putin und Zelenskyj zurück. "Die Krise in der Ukraine, der Konflikt innerhalb der Ukraine mit einer riesigen Anzahl von Problemen, hat sich so lange zusammengebraut. Deshalb wäre es jetzt einfach kontraproduktiv, sich zu treffen und sich darüber auszutauschen, was man denkt."

Erpressung aus Moskau: Rubel statt Euro, sonst Gasstopp

Kremlsprecher Dmitri Peskow erhielt die Drohung aufrecht, dass Russland die Gaslieferungen nach Westeuropa einstellen könnte, wenn die Abnehmerländer die Forderung von Präsident Putin ablehnen, dafür in Rubel zu bezahlen.

Wenn die westlichen Staaten die Gasliefgerungen in Rubel bezahlen müssen, würde das die unter Druck geratene russische Währung stützen, weil die Importländer sich dann Rubel beschaffen müssten.

Die Wirtschaftsminister der G7 haben die Forderung von Putin abgelehnt. "Alle G7-Ministerinnen und Minister haben völlig darin übereingestimmt, dass dies ein einseitiger und klarer Bruch der bestehende Verträge ist", sagt Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Robert Habeck forderte auch Unternehmen auf, der Forderung Putins nicht nachzukommen.

Kiew: Zurückeroberung von Irpin und erfolgreiche Gegenangriffe

Ukrainischen Angaben zufolge haben die Streitkräfte die Kontrolle über Irpin zurückerobert. Der Bürgermeister erklärte, die Stadt sei "vom Feind gesäubert". Irpin war einer der Hauptschauplätze der Kämpfe in der Nähe der Hauptstadt.

Die ukrainischen Streitkräfte versuchen nach eigenen Angaben an mehreren Orten, Angriffe russischer Einheiten abzuwehren. Man sei dabei, den russischen Vormarsch auf die Großstadt Slowjansk im Gebiet Donezk im Südosten des Landes sowie auf die rund eine Autostunde entfernte Kleinstadt Barwinkowe im Gebiet Charkiw zu stoppen, heißt es im Lagebericht des ukrainischen Generalstabs, der in der Nacht zu Dienstag auf Facebook veröffentlicht wurde.

Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach in der Nacht zum Dienstag aber dennoch von einer angespannten Lage trotz mancher militärischer Erfolge der Ukrainer. In der belagerten Stadt Mariupol im Südosten des Landes sind jedoch nach wie vor rund 160.000 Zivilisten ohne Nahrung, Wasser und Medikamente eingeschlossen. Die Zahl der Todesopfer wird dort auf mindestens 5.000 geschätzt.

Halbe Million Ukrainer seit Kriegsbeginn zurückgekehrt

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges sind nach Angaben der ukrainischen Grenzpolizei rund 510 000 Menschen aus dem Ausland zurückgekehrt. Allein in der vergangenen Woche seien es 110 000 Menschen gewesen, sagte ein Sprecher der Behörde der Tageszeitung «Welt». Acht von zehn Einreisenden seien Männer. Die meisten kämen aus Polen. Vor Beginn des Krieges lebten rund 44 Millionen Menschen in der Ukraine. Rund 3,9 Millionen Menschen sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerkes UNHCR ins Ausland geflüchtet.

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