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36 Jahre nach Tschernobyl-Katastrophe: Sorge um Sicherheit ukrainischer AKWs

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Von Johannes Pleschberger
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Das havarierte Kernkraftwerk Tschernobyl in Pripjat, Ukraine, 10.03.2022
Das havarierte Kernkraftwerk Tschernobyl in Pripjat, Ukraine, 10.03.2022   -   Copyright  AFP PHOTO / Satellite image ©2022 Maxar Technologies

Vor genau 36 Jahren havarierte das Atomkraftwerk Tschernobyl. Bei der russischen Invasion der Ukraine Ende Februar besetzten Militäreinheiten zeitweilig das Sperrgebiet. In Europa herrscht große Sorge um die Sicherheit der ukrainischen Reaktoren.

Ein Expertenteam der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) soll sich nun vor Ort ein Bild von der Lage machen. Unser Wien-Korrespondent Johannes Pleschberger berichtet vom geplanten Besuch der Experten:

"Die Atomkraftwerke in der Ukraine bedeuten weiterhin ein großes Sicherheitsrisiko, besonders für Mittel- und Osteuropa. Deshalb reist der Chef der internationalen Atomenergiebehörde - Rafael Grossi - nun abermals in das bekriegte Land - und zwar nach Tschernobyl.

Die Lage an diesem radioaktiv verseuchten Ort nach wie vor schwierig, zum Teil wegen beschädigter Brücken und Entminungsarbeiten. Zuvor hatte die Ukraine der Atomenergiebehörde eine Liste mit dringend notwendigem Equipment zugeschickt.

Es geht etwa um Strahlungsmessgeräte, Schutzanzüge und Dieselgeneratoren. Diese Generatoren mussten in Tschernobyl bereits im März eingesetzt werden, nachdem die normale Stromversorgung während der russischen Besatzungszeit ausgefallen war.

Es bleibt jedoch noch abzuwarten, ob Grossi und sein Team es schaffen, die Datenübertragung von Tschernobyl zum Agentursitz in Wien wiederherzustellen.

Während seines Aufenthalts will sich Grossi auch persönlich beim Tschernobyl-Personal bedanken. Dieses musste mehrere Wochen lang nonstop unter schwierigsten Bedingungen ihre Tätigkeiten ausführen. Die eigentlichen Sorgenkinder sind aber nach wie vor die 14 aktiven Atomreaktoren der Ukraine.

Falls diese bei den andauernden Kampfhandlungen zu Schaden kommen, wären die Folgen katastrophal. Deshalb hat Grossi für die Zukunft noch weitere Besuche angekündigt."