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Dutzende Flüge vorsorglich gestrichen: Reisende am Airport Schiphol sind genervt

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Von Euronews  mit DPA/AFP
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Fluggäste am 30. April 2022 in der Warteschlange am Flughafen Schiphol
Fluggäste am 30. April 2022 in der Warteschlange am Flughafen Schiphol   -   Copyright  EVERT ELZINGA/AFP

Flugausfälle und lange Warteschlangen: Reisende auf dem Amsterdamer Airport Schiphol müssen sich auch an diesem Wochenende auf Unannehmlichkeiten gefasst machen.

Bereits vor einer Woche war es wegen Personalmangels und eines unangekündigten Streiks der Bodenbeschäftigten bei der Fluglinie KLM zum Kollaps gekommen. Um einem ähnlichen Chaos vorzubeugen, wurden bei KLM vorsorglich knapp 50 Flüge gestrichen.

Zahl der Fluggäste sollte am Samstag um 3.500 reduziert werden

Zuvor hatte der Flughafen einen Appell an die Fluggesellschaften gerichtet, die Zahl der Reisenden zu reduzieren, um den Andrang am Flughafen zu begrenzen.

Die Fluggesellschaften hätten sich an diese Forderung gehalten, lobte die Flughafenleitung in einer Erklärung, das Ziel, die Zahl der Fluggäste am Samstag um 3.500 zu reduzieren, sei fast erreicht worden.

Ziel erreicht - und Reisende verärgert. Das sei schlichtweg schlechte Planung, meint Frank Oostdam vom niederländischen Verband der Reisebüros und Reiseveranstalter (ANVR). "Wir wissen seit Januar, dass viele Menschen im Mai ins Ausland in den Urlaub fahren wollen. Wenn man sich nicht darauf vorbereitet, dann kommt so etwas dabei heraus."

Airlines empört - und viele Ferienflieger genervt

Auch der internationale Handelsverband der Fluggesellschaften (IATA) sprach von einem  skandalösen Vorgehen. "Passagiere buchen Flüge Wochen oder Monate im Voraus. Einige von ihnen werden ihre Urlaubspläne stornieren müssen", hieß es in einer Eklrärung der niederländischen Nachrichtenagentur ANP gegenüber. 

KLM erklärte ihrerseits, dass die Annullierungen zum einen darauf abzielten, der Forderung der Flughafenleitung nachzukommen, "die Prozesse am Flughafen aufgrund des dortigen Personalmangels überschaubar zu halten". Zugleichs trügen diese Streichungen im Flugplan von KLM dazu bei, die Arbeitsbelastung zu reduzieren. 

Bereits am Freitag strich die KLM 28 Hin- und Rückflüge und folgte damit dem Aufruf des Flughafens. Andere Airlines reagierten empört - und viele Ferienflieger genervt.

Ein junger Urlauber sagte dem niederländischen Fernsehsender NOS gegenüber: "Wir sind doppelt so früh hierhergekommen wie üblich - vier Stunden früher."

Schiphol fährt Sparkus zum Ausgleich der Corona-Verluste

Der Flughafen klagt über einen chronischen Mangel an Bodenpersonal. Manche Fluglinien unterstellen der Leitung hingegen einen Sparkurs, um Verluste aus der Corona-Pandemie zu kompensieren.

Am vergangenen Samstag, dem ersten Tag der Schulferien für viele junge Niederländer, traten unerwartet die Gepäckabfertiger der KLM in den Streik, um gegen Personalmangel und lange Arbeitszeiten zu protestieren.

Das Chaos war so groß, dass der Flughafen gezwungen war, die Reisenden aufzufordern, nicht zum Flughafen zu fahren und Autobahnausfahrten zu schließen.